Bremen will Geldwäsche-Regeln auf Profisport ausweiten

Ein Hundert-Euro-Geldschein ist im Gegenlicht zu sehen. Zwei Hände halten ihn vor das Licht.

Bremen will Geldwäsche-Regeln auf Profisport ausweiten

Bild: DPA | Harald Schneider
  • Justizsenatorin kündigt Bundesratsinitiative für Februar an
  • Profisport ist laut Schilling gefährdet, durch kriminelles Geld zersetzt zu werden
  • Im Sport soll es dann eine Meldepflicht beim Verdacht auf Geldwäsche geben

Die Regeln des Geldwäschegesetzes sollen nach dem Willen des Bundeslandes Bremen auf den Profisport ausgeweitet werden. Eine entsprechende Bundesratsinitiative kündigte Bremens Justizsenatorin Claudia Schilling (SPD) für die Sitzung am 11. Februar an. Der Profisport sei besonders gefährdet, durch kriminelles Geld zersetzt zu werden.

Man muss die Augen schon ganz fest zudrücken, wenn man das Risiko von Geldwäsche in diesem Bereich nicht erkennen will.

Claudia Schilling, Bremens Jusitzsenatorin (SPD)

Deshalb schlägt sie vor, dass auch Spielervermittler und Vereine mit Profisportlern im Geldwäschegesetz berücksichtig werden. Sie wären dann dazu verpflichtet, Geldflüsse besonders sorgfältig zu dokumentieren einen Verdacht auf Geldwäsche sofort zu melden. Bislang gilt die Meldepflicht unter anderem für Banken, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Kunstvermittler.

Erster Versuch Bremens scheiterte 2020

Ein erster Versuch Bremens, das Geldwäschegesetz entsprechend zu ändern, war 2020 gescheitert. Damals waren der Deutsche Fußball-Bund und die Deutsche Fußball Liga dagegen. Sie verwiesen darauf, dass die 50+1-Regel in der Bundesliga verhindere, dass externen Geldgeber die Mehrheit der Stimmanteile in den Vereinen halten. Justizsenatorin Schilling reicht das nicht: Unter anderem undurchsichtige Spielertransfers seien trotzdem möglich, sagte die SPD-Politikerin.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 23. Januar 2022, 11 Uhr