Fragen & Antworten

So will Bremen den Ukraine-Geflüchteten Jobs verschaffen

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine stehen vor einem Hostel in Lichtenberg.
Viele Flüchtlinge aus der Ukraine wollen in Bremen möglichst schnell einen Job bekommen. Bild: DPA | Paul Zinken

Geflüchtete aus der Ukraine sollen in Bremen möglichst schnell arbeiten können. Doch um auf den Arbeitsmarkt einzutreten, müssen sie einige Hürden überwinden.

Um den Schrecken des Krieges zu entkommen, fliehen täglich tausende Menschen aus der Ukraine nach Deutschland. Auch in Bremen sind zahlreiche Geflüchtete untergekommen. Manche von ihnen hoffen nun, auf dem hiesigen Arbeitsmarkt unterzukommen. In Bremen, wo ein hoher Bedarf an Fachkräften herrscht, könnten sie helfen, die Personallücken etwa in Krankenhäusern oder im Handwerk zu schließen.

"Die Zuwanderung könnte mittelfristig dazu beitragen, die hiesigen Engpässe in akademischen, technischen und medizinischen Berufen zu verringern", sagt ein Sprecher der Wirtschaftsbehörde zu buten un binnen. Doch wenngleich die Ukraine-Geflüchteten in Bremen grundsätzlich einer Arbeit nachgehen dürfen, müssen sie hierfür noch manche Hürde überwinden. Wir erklären, welche das sind.

Was ist der erste Schritt, wenn jemand, der aus der Ukraine nach Deutschland geflohen ist, in Bremen einem Job nachgehen möchte?
Zunächst muss die Ausländerbehörde eine Erwerbstätigkeit erlauben. Einen entsprechenden Antrag müssen die Menschen beim Migrationsamt Bremen stellen. Wenn die Erlaubnis erteilt ist, dürfen die Betroffenen ab sofort arbeiten. Laut Bremer Wirtschaftsbehörde braucht es von der Antragstellung bis zur Erteilung der Arbeitserlaubnis aktuell mehrere Tage.
Müssen sich Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung ihre Abschlüsse in Bremen anerkennen lassen?
Das kommt darauf an, ob es sich um einen reglementierten Beruf handelt oder nicht. Für Abschlüsse in reglementierten Berufen braucht es zwingend eine Anerkennung des Berufsabschlusses. Davon betroffen sind unter anderem Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Lehrerinnen und Lehrer sowie Ingenieurinnen und Ingenieure. Andere Berufsgruppen wie etwa Tischlerinnen und Tischler oder Bankkauffrauen und Bankaufmänner sind nicht reglementiert. Für solche Abschlüsse braucht es daher keine Anerkennung, eine ebensolche wird aber von der Wirtschaftsbehörde empfohlen. Zwar kostet die Anerkennung von Abschlüssen in vielen Berufen eine Gebühr, doch in der Regel müssten die Geflüchteten laut Wirtschaftsbehörde dafür nicht aufkommen.
Wie lange dauert es, bis ein Abschluss anerkannt wird?
Es ist wichtig, Dokumente dabei zu haben, die die jeweilige Berufsausbildung belegen. Für die Anerkennung von Studienabschlüssen braucht es wiederum eine Zeugnisbewertung, die den jeweiligen Abschluss einem vergleichbaren deutschen Abschluss zuordnet. Wie lange der Prozess dauert, ist schwer zu sagen. Laut einer Sprecherin des IQ Netzwerks Bremen, das sich um die Qualifizierung von ausländischen Arbeitskräften in Bremen kümmert, könne es aber mitunter Jahre dauern, bis etwa ein zugewanderter Lehrer hier als Lehrer arbeiten dürfen.
Wie können die Flüchtlinge, die noch nicht Deutsch können, die Sprache lernen?
Viele Flüchtlinge bringen laut Wirtschaftsbehörde gute Berufsqualifiktationen mit. Umso wichtiger sei es, dass sie das für ihren Beruf relevante Vokabular erlernen. Zuständig für die Sprachförderangebote sind die Sozialbehörde und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Darüber hinaus werden einzelne Kursformate aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds über die Koordinationsstelle Sprache gefördert. Daten, wie viele Geflüchtete das Sprachkursangebot annehmen könnten, sind noch nicht vorhanden. Bisher sind aber bereits zwischen 600 und 900 Anfragen eingegangen. In den folgenden Wochen und Monaten dürfte sich der Bedarf aber noch potenzieren, vermutet die Wirtschaftsbehörde.

Bremer Krankenhäuser hoffen auf ukrainische Fachkräfte

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. März 2022, 19:30 Uhr