Was bedeutet der Gazprom-Streit für den Gasspeicher in Diepholz?

Blick auf den Erdgasspeicher in Rehden im Kreis Diepholz.

Was bedeutet der Gazprom-Streit für den Gasspeicher in Diepholz?

Bild: Imago | Fotostand
  • Deutsche Gazprom-Tochter von Bundesnetzagentur übernommen
  • Schritt soll verhindern, dass sich der Energiekonzern deutschen Regeln entzieht
  • Auch Gasspeicher im Landkreis Diepholz gehört zum Unternehmen

In den letzten Tagen haben sich die Nachrichten über den russischen Energie-Konzern Gazprom und sein Engagement in Deutschland geradezu überschlagen. Nachdem der Konzern Ende März noch bekannt gegeben hatte, er wolle sich von seiner deutschen Tochter trennen, hat am Montag Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Bundesnetzagentur als Treuhänderin der Gazprom Germania eingesetzt. Diese ist auch in Niedersachsen an vielen Projekten beteiligt.

Mit dem Schritt soll verhindert werden, dass sich die Konzern-Tochter den deutschen Regeln und Auflagen entzieht oder auf andere Art und Weise Chaos stiftet. Genau das hatte sich in den letzten Tagen angedeutet, nachdem Gazprom sich von seiner Tochterfirma trennen wollte.

Konzern besitzt Speicher und Pipelines

In Niedersachsen gehört dem Unternehmen unter anderem der Erdgasspeicher in Rehden im Kreis Diepholz, der der größte seiner Art in Westeuropa ist. Weiterhin besitzt der Konzern einen Speicher im ostfriesischen Jemgum und mehrere Pipelines, etwa von Rehden nach Hamburg oder zur Nordstream 1 nach Lubmin.

Weil die Beschlüsse und das Schicksal von Gazprom sich auch auf die Gaskunden auswirken, hatte der Diepholzer Landrat Cord Bockhop (CDU) den Bund bereits zum Handeln aufgefordert – und der sah es dann offenbar genauso: Die Bundesnetzagentur kann laut Habeck zunächst bis Ende September die Geschäftsführung von Gazprom Germania abberufen und eine neue einsetzen oder das Management anweisen. Das sei zwingend notwendig und diene der Versorgungssicherheit, sagte Habeck.

Gasvorräte könnten laut SWB möglicherweise nicht ausreichen

Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 10. März 2022, 7 Uhr