So soll in der Stadt Bremen Energie gespart werden

Ein Stecker liegt auf Geldscheinen (Symbolbild)
Bild: DPA | Eibner
  • Senat hat Strategie zum Energiesparen vorgestellt
  • Auch Hilfen für bedürftige Menschen sind Teil des Plans
  • Bremische Wirtschaft und Arbeitsplätze soll geschützt werden

Bremerhaven hat schon im Juli beschlossen, wie die Stadt Gas sparen will. Die Stadt Bremen zieht jetzt nach: Der Senat die geplanten Sparmaßnahmen vorgestellt.

Um Energie zu sparen, will die Stadt Bremen:

  • in allen öffentlichen Gebäude nur noch so viel heizen, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Ausgenommen davon sind soziale Einrichtungen wie etwa Kindertagesstätten, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Krankhäuser.
  • die Straßenbeleuchtung so schnell wie möglich auf LED-Lampen umstellen. An manchen Stellen soll die Beleuchtung auf 50 Prozent gedimmt werden. Die Straßenbeleuchtung ganz abzuschalten komme aus Gründen der Sicherheit nicht in Betracht, heißt in dem Papier.
  • auch in öffentlichen Gebäuden auf LED-Lampen umrüsten.
  • Gebäude für touristische Zwecke nicht mehr zwischen 0 und 6 Uhr anstrahlen. Die Regelung gilt vorerst bis zum 1. Dezember.
  • das warme Wasser in Toiletten und Waschräumen abstellen. Ausgenommen davon sind wie beim Heizen Einrichtungen wie Schulen.

Um diese und weitere Maßnahmen zu finanzieren, will der Senat zunächst zehn Millionen Euro in Form eines Akutfonds bereitstellen.

Die Pressekonferenz des Bremer Senats zum Nachschauen

Bild: Radio Bremen

Stadt Bremen will in sozialen Notlagen helfen

Wegen der höheren Kosten für Gas kann es passieren, dass Bürgerinnen und Bürger die Rechnungen nicht mehr bezahlen können und der Versorger ihnen daher den Gashahn zudreht. Um solche soziale Notlagen zu verhindern, will der Senat

  • die Verfahren und die Finanzbedarfe im Härtefallfonds überprüfen.
  • mit dem Energieversorger SWB vereinbaren, wie die Stundung von Nachzahlungen erleichtert werden kann.
  • mit Vereinen und Verbänden über die sozialen Hilf- und Beratungsangebote sprechen. Sie sollen sich trotz der Krise kümmern können, was der Senat sicherstellen will.

Die Übergewinnsteuer ist auch wieder Thema des Bremer Senats. Demnach will sich die Landesregierung auf Bundesebene für eine sozial gerechte Entlastung der Bevölkerung einsetzen. Dafür sollen Gewinne, die vor allem durch die Krise erwirtschaftet worden sind, verwendet werden. Auch ein kommunales oder landesweites Unterstützungsprogramm komme infrage, wenn es keine bundesweite Entlastung gäbe.

Betroffene Unternehmen sollen Hilfen vom Bund bekommen

Auch die Bremische Wirtschaft wird im Plan des Senats berücksichtigt. Es soll geprüft werden, welche Unternehmen in Bremen von der Energiekrise besonders betroffen sind. Der Senat will sich dann beim Bund für Unterstützung einsetzen – auch, um Arbeitsplätze zu sichern. Falls erforderlich, will der Senat auf Landesebene beisteuern.

Weitere Gespräche will der Senat mit den Energieversorgern, den großen Wohnungsbaugesellschaften und Mietervertretungen führen.

Das Vorhaben soll ressortübergreifend koordiniert werden, wofür ein Gremium eingerichtet wird. Nächte Woche soll der Koordinierungsstab gegründet werden, die Geschäftsstelle hat am Montag schon die Arbeit aufgenommen.

Hickel über Gasumlage: "Sie soll die größte Katastrophe verhindern"

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 16. August 2022, 13 Uhr