SWB-Kunden sollen von reduzierter Mehrwertsteuer für Gas profitieren

Der Thermostat-Kopf einer Heizung. Die Heizung ist ausgeschaltet.
Bild: DPA | Marco Steinbrenner/Kirchner-Media
  • Bundesregierung will Mehrwertsteuer auf Erdgas senken, um Preise zu reduzieren
  • Energieversorgers SWB will das auch an die Kunden weitergeben
  • Aktuell bereitet die SWB den Preisanstieg wegen der Gasumlage vor

Die Bundesregierung hat angekündigt, dass die Mehrwertsteuer für Gas reduziert werden soll. Damit will der Bund den steigenden Preisen entgegenwirken. Der Bremer Energieversorger SWB will diese Absenkung auch an seine Kundinnen und Kunden weitergeben. Das sagte eine SWB-Sprecherin auf Anfrage von buten un binnen. "Wir werden die angekündigte temporäre Absenkung der Mehrwertsteuer für Erdgas selbstverständlich 1:1 an die Erdgas-Kundinnen und -Kunden weitergeben, sobald die gesetzlichen Vorgaben feststehen."

Die Senkung der Mehrwertsteuer ist eine Maßnahme, um die Belastung der Gaskunden durch die sogenannte Gasumlage abzufedern. Aktuell bereitet sich die SWB darauf vor, diese Gasumlage zu erheben. Bei der SWB steigt in der Grundversorgung der Gaspreis zum 1. Oktober von 8,9 auf 11,78 Cent pro Kilowattstunde an. Einer Sprecherin zufolge werden die Anschreiben und E-Mails an die Kunden schon seit Montag versendet. Die Gasumlage soll die Energieversorger von den stark gestiegenen Preisen an den Gasmärkten entlasten.

Sozialverbände kritisieren Absenkung der Mehrwertsteuer

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte die Absenkung der Mehrwertsteuer am Donnerstag verkündet. So soll der Mehrwertsteuersatz auf Erdgas ab Oktober von 19 auf sieben Prozent gesenkt werden. Diese Regelung soll bis Ende März 2024 gelten. Damit würden die Gaskunden insgesamt deutlich stärker entlastet, als sie durch die staatliche Gasumlage belastet würden. Kanzler Scholz erwartet von den Unternehmen, dass sie die Steuersenkung eins zu eins an die Verbraucher weitergäben, wie er weiter mitteilte. Die SWB hat nun angekündigt genau das zu tun.

Einige Sozialverbände, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände haben unterdessen kritisch auf die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Gas von 19 auf sieben Prozent reagiert. So kritisiert der Paritätische Gesamtverband in der "Rheinischen Post", dass sie auch diejenigen entlastet, die es überhaupt nicht nötig haben. Der Paritätische sprach sich stattdessen dafür aus, gezielte Menschen zu helfen, die ihre Gasrechnung nicht mehr bezahlen können.

Industrie-Verband fordert Entlastung für Unternehmen

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Verena Bentele mahnte, die Steuersenkung müsse bei den Menschen auch ankommen. Es dürfe nicht wieder so laufen wie beim Tankrabatt. Dem Vorsitzenden der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Frank Werneke reicht die Entlastung bei der Mehrwertsteuer nicht. Er forderte in den "Funke Medien" zusätzlich einen Preisdeckel beim Gas. Für einen Durchschnittsverbrauch sollte es für die Verbraucher bei den Preisen von 2021 bleiben.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie kritisiert, dass Betriebe nichts von niederigen Mehrwertsteuer haben. Sie zahlen keine Mehrwertsteuer. Außerdem würde durch die niedrigen Preise für Verbraucher das falsche Signal gesetzt. Gas zu sparen bleibe wichtig, sagte der stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDI, Lösch der Deutschen Presse-Agentur.

Überdurchschnittlich viele Haushalte heizen in Bremen mit Gas

Im Land Bremen heizen etwas mehr als 60 Prozent aller Haushalte mit Gas – und sind so besonders von den rapide gestiegenen Gaspreisen betroffen. Bremen liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von 52,1 Prozent. Vor allem neue Wohnungen werden mit Gas beheizt. In Bremerhaven sind es mehr als 90, in Bremen rund 70 Prozent. Die Zahlen stammen von Auswertungen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

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Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 18. August 2022, 14 Uhr