Bremens Parteien sehen Gas-Embargo gegen Russland überwiegend kritisch

Protest für ein Gas- und Öl-Embargo in Düsseldorf.
Deutschlandweit fordern Menschen von der Bundesregierung die Durchsetzung eines Gas- und Öl-Embargos gegenüber Russland. (Symbolbild)
Bild: DPA | picture alliance / NurPhoto | Ying Tang
  • SPD warnt vor Lahmlegung der Industrie durch plötzlichen Lieferstopp
  • CDU und Grüne fürchten, dass Deutschland ein Embargo nicht durchhielte
  • Bremer Linke diskutieren weiter über mögliche Sanktionen

Die politischen Parteien in Bremen sehen ein sofortiges Embargo für Öl- und Gasimporte aus Russland überwiegend kritisch. Die SPD warnt davor, durch einen plötzlichen Stopp der Lieferungen die eigene Industrie lahm zu legen. So hält Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) die Entscheidung, ob es einen sofortigen Lieferstopp geben soll, für sehr schwierig. Er äußert Verständnis für Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der ein solches Embargo bisher ablehnt.

Der Bremer SPD-Landesvorsitzende, Reinhold Wetjen, kann die Forderung nach einem Embargo moralisch zwar gut verstehen. Aber man müsse auch sehen, dass viele Industriezweige auf Öl- und Gaslieferungen aus Russland angewiesen seien, so Wetjen.

Auch die Bremer CDU äußert sich zurückhaltend. Sie befürchtet nach eigenen Angaben, dass Deutschland ein Embargo nicht durchhalten würde. Sie fordert deshalb einen schrittweisen, aber schnellstmöglichen Ausstieg. Ähnlich äußern sich die Grünen. Die Linke hingegen diskutiert noch über das Thema.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 4. April 2022, 16 Uhr