Fragen & Antworten

Frist im Januar: So tauschen Sie in Bremen Ihren alten Führerschein um

Drei verschiedene Führerschein-Generationen auf einem Bild. Der alte Graue, der neuere in Rosa und die aktuell übliche Plastikkarte.

Adieu alter Lappen: So läuft der Führerschein-Umtausch in Bremen

Bild: Imago | Cord

Manch einem mag er ein lieb gewordenes Erinnerungsstück sein, aber die Zeit der Papierlappen ist gekommen: Besitzer sollen sie gegen neue umtauschen. Wir erklären, warum und wie.

Haben Sie schon Ihren Führerschein umgetauscht? Alle, die ein Exemplar haben, das vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, müssen das über kurz oder lang tun. Denn bis 2033 soll es in der ganzen Europäischen Union einheitliche und fälschungssicherere Führerscheine geben. Bis 2033 dauert es zwar noch ein gutes Stück – aber bis dahin gibt es gestaffelte Fristen für unterschiedliche Gruppen. Und die erste Frist läuft jetzt am 19. Januar ab.

Wen betrifft diese Frist? Und wie groß ist der Andrang in der Führerscheinstelle in Bremen?
Es geht, sagt Dagmar Gattow, Leiterin des Bürgeramts. Viele Leute hätten das wohl noch nicht so wirklich auf dem Schirm, dass sie ihren alten Führerschein jetzt tauschen müssen, berichtet sie. Betroffen von der Frist am 19. Januar sind jetzt erst mal all jene, die noch einen Führerschein in Papierform haben und zwischen 1953 und 1958 geboren sind. Die sollten sich – sofern sie es noch nicht getan haben – wirklich möglichst schnell um einen Termin bei der Führerscheinstelle kümmern, sagt Dagmar Gattow. Den Termin kann man online über die Adresse service.bremen.de buchen. Dort gibt es auch Ende Januar noch diverse freie Termine. Das ist dann zwar nach Fristablauf – wegen Corona wird das aber bundesweit alles etwas großzügiger gehandhabt, es gibt Übergangsfristen.
Ein alter und ein neuer Führerschein liegen auf einem Holztisch.
Aus alt mach neu: EU-weit soll es einheitliche und fälschungssichere Führerscheine geben. Den alten Papierlappen darf man aber trotzdem behalten. Bild: Imago | MiS
Was braucht man, um einen neuen Führerschein zu bekommen?
Personalausweis oder Reisepass, ein biometrisches Passfoto und den aktuellen Führerschein. Außerdem wichtig: Wenn der aktuelle Führerschein von einer anderen Führerscheinstelle ausgestellt wurde, braucht man von dort eine Karteikarten-Abschrift. Die lässt sich per Post, telefonisch oder auch online beantragen und an die aktuelle Führerscheinstelle schicken. Wenn man das alles zusammen hat, kann man den neuen Führerschein beantragen. Das geht jedoch nicht schriftlich; dazu muss man persönlich erscheinen.
Was man auf jeden Fall nicht braucht: eine neue Fahrprüfung oder ärztliche Untersuchung. Der Führerscheinumtausch ist ein reiner Verwaltungsakt, bei dem man ein neues Dokument erhält. Und in Bremen wird das so gehandhabt, dass man das auch nicht persönlich abholen muss, sondern von der Bundesdruckerei zugeschickt bekommt. Kostenpunkt für den neuen Führerschein inklusive Porto: 30 Euro und 30 Cent.
Was passiert, wenn die Frist versäumt wird?
Dann kann es Ärger geben, wenn der Führerschein kontrolliert wird – gerade im Ausland, wo zu schnelles Fahren und andere Verstöße teils deutlich teurer sind als in Deutschland. Wer nach Ablauf der Frist weiter mit seinem alten Pkw- oder Motorrad-Führerschein fährt, den kostet das in Deutschland ein Verwarnungsgeld in Höhe von 10 Euro. Der Umtausch ist verpflichtend. Es empfiehlt sich, ihn nicht auf den letzten Drücker zu machen, sondern sich rechtzeitig und ohne Stress darum zu kümmern. Die Bearbeitungszeit beträgt je nach Andrang zwei bis vier Wochen. Bei der Umtauschaktion bis 2033 handelt es sich übrigens um eine ganz schöne Mammutaufgabe: Rund 45 Millionen Führerscheine müssen in Deutschland in den nächsten Jahren umgetauscht werden.
Darf man den alten Führerschein behalten?
Ja, man darf. Sobald der alte Führerschein entwertet ist, darf er mit nach Hause genommen werden – gute Nachrichten für all diejenigen, die mit dem Foto im Wisch gerne mal beweisen, mit welcher Haarpracht sie einst herumliefen.

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Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Birgit Sagemann

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 5. Januar 2022, 8:40 Uhr