Interview

Alles normal? So geht Schwimmen im Freibad ab heute in Bremerhaven

Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Einfach rein ins Freibad, ohne Anmeldung und ohne Bürokratie. Das ist in diesem Jahr wieder möglich. Und darüber freuen sich die Betreiber genauso wie die Badegäste.

Die Freibadsaison ist gestartet und das Gute: Badegäste können wieder sonnen, baden, chillen und ohne dabei irgendwelche Corona-Regeln zu beachten. Allerdings hat der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die damit verbundene Ölkrise auch Folgen für die Bäder. Der Geschäftsführer der Bädergesellschaft Bremerhaven Robert Haase im Interview.  

Herr Haase, erst einmal, wie froh sind Sie, dass die Freibadsaison dieses Jahr ohne Corona-Auflagen losgeht?
Wir sind sehr froh darüber, dass wir unseren Gästen uneingeschränktes Badevergnügen bieten können. Wir starten quasi zu Bedingungen wie vor der Corona-Pandemie. Unter Corona-Auflagen waren die Besucherzahlen sehr eingeschränkt und bis Mitte der Saison musste ein Besuch vorgebucht werden. Das war ein relativ bürokratischer Aufwand für unsere Badegäste und da sind wir froh, dass wir das diese Saison nicht mehr machen müssen.
Die Pandemie ist aber noch nicht vorbei. Der ein oder andere ist doch noch etwas zögerlich unter Menschen zu gehen. Hoffen Sie auf viele Besucher zum Start?
Ja, denn das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, ist in einem Freibad sehr gering. Natürlich hoffen wir auf einen guten Start, gerade mit unseren neuen Angeboten, dass das Schwimmen für Frühschwimmer ab 6.30 Uhr und für Spätschwimmer bis 20 Uhr möglich macht. Hier war die Nachfrage bei der letzten Saison sehr hoch. Mit dem Angebot schaffen wir die Möglichkeit vor und nach der Arbeit entspannt schwimmen zu gehen.
Nun macht uns der russische Angriffskrieg einen Strich durch die Rechnung. Wegen der Ölkrise empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen die Wassertemperatur um einen Grad zu senken. Wie kalt wird es dann in ihrem Schwimmbecken im Freibad?
Unser Schwimmbecken im Freibad Grünhöfe wird nicht beheizt. Hier haben wir eine Solarthermie-Anlage, die uns unterstützt. Die Wärme des Wassers hängt also hier von der Außentemperatur und der Sonnenscheindauer ab. Deshalb können wir keine exakte Temperatur angeben. Am Samstag rechne ich mit 16 bis 17 Grad, so wie die Wetterprognose ist.
Und was machen Sie, wenn das Wetter am Wochenende doch kälter wird?
Dann ist das Wasser halt kälter. Freibad ist nichts für Warmduscher.
Wärmer ist es aber in ihren drei Hallenbädern. Die müssen alle geheizt werden. Wie stark sind diese von der Ölkrise betroffen?
Wir heizen unsere Hallenbäder mit Gas und darum sind wir im Grunde auch betroffen von den Gaspreissteigerungen. In einem unserer Bäder haben wir ein Blockheizkraftwerk, das auch mit Gas betrieben wird.
Und die Hallenbäder bleiben parallel geöffnet den Sommer über. Werden die Wassertemperatur hier gesenkt werden?
Ja, wir haben uns entschieden, die Becken- und Raumtemperatur um ein Grad herabzusenken, um Energie einzusparen. Die Temperatur ist von Becken zu Becken etwas verschieden und liegt zwischen 27 und 32 Grad. Das eine Grad trauen wir uns zu, aber kälter darf es nicht werden, wir wollen ja auch weiterhin das Baden in einer angenehmen Raumatmosphäre und mit einer Wassertemperatur bieten.
Glauben Sie, dass werden die Besucherinnen und Besucher merken, wenn das Wasser um ein Grad kälter ist?
Ich halte die Auswirkungen für relativ gering. Wir werden sehen, was die Badegäste uns zurückmelden.

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Autorin

  • Necla Süre

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. Mai 2022, 19:30 Uhr