ESA-Ausblick auf das neue Jahr: Auch Bremen hebt 2022 mehrfach ab

Ein Satellit im Weltall, im Hintergrund die Erde.

Weltraumagentur ESA gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr 2022

Bild: ESA | ATG medialab

Die Europäische Weltraumagentur ESA hat heute in Paris auf ihrer jährlichen Pressekonferenz ihre wichtigsten Projekte vorgestellt. Vieles davon ist "made in Bremen".

Es wird ein spannendes Jahr für die europäische Raumfahrt: Das Weltraum-Teleskop James-Webb nimmt seinen Betrieb auf, mit Matthias Maurer ist ein deutscher Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS – und die unbemannten Missionen in Richtung Mars und Mond starten.

Gute Nachrichten, die die europäische Raumfahrtagentur ESA auf ihrer Jahrespressekonferenz verkündet hat. Trotzdem steht die ESA auch weiterhin vor großen Herausforderungen, denn der Konkurrenzdruck, vor allem aus den USA und China, ist hoch.

Die Raumfahrtunternehmen in Bremen haben deshalb ein besonderes Interesse daran, wie sich die ESA aufstellt. Denn sie schafft hier Arbeitsplätze, so Sabine von der Recke. Sie ist Vorstandsmitglied des Raumfahrtunternehmens OHB.

Die ESA ist für die Raumfahrtindustrie in Bremen einer der wichtigsten Auftraggeber.

Portrait von Sabine von der Recke aus dem Vorstand bei der OHB System AG
Sabine von der Recke, Vorstand der OHB AG

Bremen mischt oft mit

2022 hebt Bremer Hochtechnologie gleich mehrfach ab: Artemis I, die erste Mission der NASA-Raumfähre Orion mit ihrem European Service Module "Made in Bremen", wird in eine Umlaufbahn um den Mond gebracht. Dazu startet die zweite ExoMars Mission mit Technologie von OHB, bei der eine feste russische Station und ein europäischer Rover auf den Mars gebracht werden.

Dass der Standort Bremen oft mit an Bord ist, hat viele Gründe. Zum einen Know How, zum anderen auch politisches Verhandlungsgeschick. Der Bremer Senat steht laut von der Recke "im regen Austausch mit der ESA". Außrdem seien für die Industrie "die in der Regel alle drei Jahre stattfindenden ESA-Ministerratskonferenzen extrem wichtig". Denn dort würden "die Weichen für die Projekte der nächsten Jahre gestellt".

Im November wichtige Sitzung für Bremer Raumfahrt

Eben so eine ESA-Ministerratskonferenz findet dieses Jahr wieder im November statt. Dort geht es laut von der Recke um wichtige Projekte: "Dazu zählt unter anderem die CO2M-Mission, die einen ziemlich großen Speckflaggen-Stempel trägt und die für Klimaschutzmaßnahmen extrem wichtig sein wird", so von der Recke.

Bremen schaut auf ESA, ESA schaut auf Bremen

Für die ESA gibt es laut von der Recke "an Bremen kein Vorbeischauen": Zu groß sei die Kompetenz, die der Standort aufweise. "Da Bremen in so vielen Raumfahrtprogrammen mit großen oder kleinen Anteilen vertreten ist, müsste man schon sehr intensiv aussortieren, um Bremen zu umgehen. Insgesamt sind alle ESA-Themen für Bremen von Relevanz."

Immer, wenn es um die Weichenstellung für das Ariane-Programm geht, ist Bremen betroffen. Und wenn die Neuaufstellung der Raumfahrt insgesamt diskutiert wird – "Stichwort NewSpace" – dürften insbesondere kleine und mittlere Unternehmen und StartUps in Bremen hellhörig werden.

So mischt das Bremer Familienunternehmen OHB im Weltall-Business mit

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 18. Januar 2022, 23:30 Uhr