Der erste Schnee ist angekündigt – wie weiß wird es im Land Bremen?

Der Schatten der Bremer Stadtmusikanten im Schnee
Leise rieselt der Schnee. In Bremen laut Vorhersage für das erste Adventswochenende nur als Schneeregen. Bild: DPA | foto2press/Oliver Baumgart

Passend zur Adventszeit soll am Wochenende der erste Schnee fallen. Wann können wir in Bremen mit den ersten Flocken rechnen – und wie war das noch mit Weihnachten?

Die ersten Flocken könnten sich ab Freitagabend tatsächlich auch in Bremen mal unter den Regen mischen, heißt es vom ARD-Wetterkompetenzzentrum. Von einem "Wintereinbruch" kann man für das norddeutsche Tiefland allerdings nicht sprechen, "nasskaltes Schmuddelwetter" trifft es da schon eher. Das gilt auch für das restliche Wochenende. Die Niederschläge fallen dann oft als Regen oder Schneeregen und nur selten wird es je nach Tageszeit kurzzeitig auch mal Schnee oder Graupel sein.

Die Temperaturen bleiben im Bremer Raum fast durchweg knapp über dem Gefrierpunkt. Dazu kommt, dass die Böden noch warm sind. Schlechte Karten also für eine weiße Schneedecke. Selbst wenn es ein paar Flocken bis auf den Boden schaffen, wie etwa in einem kräftigen Schauer, werden sie sich dort kaum lange halten können.

Schnee erst ab Sauerland und Oberharz

Vor allem jetzt im Spätherbst finden Wintereinbrüche selten flächendeckend statt und zudem regional extrem unterschiedlich. Jetzt trifft es vor allem die etwas höheren Lagen in der Südwesthälfte Deutschlands. Aber auch dort bleibt es unklar, wo wieviel Schnee fällt. Laut ARD-Wetterexperten kann aber die ungefähre Schneefallgrenze bestimmt werden. Also die Angabe, in welchen Höhen vom Meeresspiegel aus gemessen, Schneefall möglich ist. Aktuell liegt diese bei rund 300 Metern und kann nur in stärkeren Schauern kurzzeitig absinken. Zum Vergleich: Bremen liegt 11 Meter über dem Meeresspiegel. Nennenswerter Schnee, der mit ein paar Zentimetern auch liegen bleibt, findet sich dann wohl erst im Sauerland oder vielleicht auch im Oberharz.

Kein Schnee, dafür örtlich Glätte

Richtige Kälte mit Werten deutlich unter 0 Grad gibt es in diesen Tagen nur in höheren Luftschichten. Die Luft kommt nämlich über die noch relativ milde Nordsee zu uns. Während das Meer im Frühjahr und Sommer bei uns gerne mal für eine Abkühlung sorgt, fungiert die Nordsee im Herbst und Winter förmlich als Heizung. Anders als bei trockener Kälte aus Osteuropa ist die Feuchtigkeit jetzt auch gegeben, nur ist es am Boden schlicht zu warm.

Wind und Wolken verhindern zudem die nächtliche Auskühlung. Die Temperaturen gehen höchstens kurzzeitig auf den Gefrierpunkt zurück. Leichter Bodenfrost ist allerdings möglich und vor allem bei kräftigen Schauern kann es auch kurzzeitig mal glatt sein auf den Straßen. Die große Glätte-Lage ist das zwar nicht, Autofahrer sollten dennoch vorsichtig fahren. Sommerreifen sind jedenfalls spätestens jetzt keine gute Idee mehr.

Weiße Weihnachten zumindest möglich

In der nächsten Woche wohl wird es vorübergehend etwas milder. Es deuten sich anschließend aber die nächsten Winter-Tiefs an, die mit Kaltluft und Feuchtigkeit von Norden her zu uns kommen könnten. Ob es dann auch bei uns für Schnee reicht, ist völlig offen. Trotzdem sind kurze winterliche Phasen vor Weihnachten durchaus im Bereich des Möglichen. Ganz verloren ist die Hoffnung auf weiße Weihnachten also noch nicht.

Der Schneewinter 1978/79

Video vom 4. Januar 2019
Bürger beim schneeschippen im Extremwinter 1978/79
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Johanna Kroke Studentische/r Redakteurin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Wettergespräch, 26. November 2021, 8:15 Uhr