Fragen & Antworten

Der "Plüschmors" fliegt in Bremen – so helfen Sie bei der Nest-Suche

Ein erster Vorbote des Frühlings ist aufgetaucht, die Hummel. Die Königinnen sind unterwegs, um ihre Völker anzulegen. So fühlen sie sich in Ihrem Garten wohl.

Wieso sind im Augenblick nur Hummel-Königinnen unterwegs?
Das liegt daran, dass nur junge Königinnen die kalte Jahreszeit überleben. Sie werden im Spätsommer geboren und nisten sich dann für den Winterschlaf ein, während das Hummel-Volk im Herbst eingeht. Sobald es im neuen Jahr warm genug wird, erwacht die Königin und beginnt ihr eigenes Volk anzulegen. Die Königinnen leben auch nur ein Jahr und machen dann Platz für ihre Nachfolgerinnen.
Ist es nicht noch zu kalt für Hummeln?
Nein. Die Hummel hat eine Art Pelz und deswegen reicht es ihr schon, wenn die Temperaturen bei 5 oder 6 Grad liegen. Der Pelz ist übrigens auch der Grund für den plattdeutschen Namen der Hummel: "Plüschmors".
Die Hummel-Königinnen müssen ja jetzt Kraft tanken, um ihr eigenes Volk gründen zu können. Wenn ich eine schwache Hummel sehe, wie kann ich die aufpäppeln?
Ein bisschen Zucker und Wasser reichen schon – idealerweise im Verhältnis drei zu zwei. Also: drei Teile Zucker und zwei Teile Wasser, damit das Ganze schön dickflüssig ist wie Nektar. Ein Teelöffel voll davon reicht schon, sagt Nabu-Bremen-Geschäftsführer Sönke Hoffmann. Ganz wichtig: Falls notwendig, die Hummel ganz vorsichtig anfassen – zum Beispiel mit einem Papiertuch.
Wenn sich eine Königin samt Volk bei mir im Garten einnistet, wieviel Hummeln sind das dann?
Hummelvölker sind deutlich kleiner als Bienenvölker. Je nach Hummelart handelt sich laut Naturschutzbund um 100 bis 500 Insekten, manchmal auch weniger.
Was kann ich machen, damit sich Hummeln bei mir im Garten einnisten und wohlfühlen?
Am besten frühzeitig Hummelkästen und Nisthilfen im Garten aufstellen, die gemütlich ausgepolstert sein müssen. Anleitungen dazu finden Sie im Internet. Damit es für die Insekten auch lauschig im Garten ist, empfiehlt Nabu-Geschäftführer Hofmann, ihn ein bisschen verwildern zu lassen. Dann haben auch größere Pflanzen mit Blüten die Chance zu wachsen.

Hummeln mögen übrigens unter anderem Lavendel und mediterrane Kräuter. Sie besuchen pro Tag bis zu 1.000 Blüten und sind dabei oft 18 Stunden in der Luft.

Hummeln brauchen flauschige Kisten.

Sönke Hofmann, Geschäftsführer Nabu Bremen
Sönke Hofmann, Geschäftführer NABU Bremen
Wenn jetzt die Hummeln wieder rauskommen, sind dann bald auch die Bienen wieder unterwegs?
Das dauert noch ein bisschen, denen ist es nämlich noch zu kalt. Bienen brauchen Temperaturen von 15 oder 16 Grad, um sich wohlzufühlen. Sobald es für sie warm genug ist, starten sie in den Frühling.
Sollte man Bienen auch füttern, zum Beispiel mit Zuckerwasser oder Honig?
Das sollte man auf gar keinen Fall machen, sagte Nabu-Experte Hofmann. Das hat zwei Gründe: Zum einen gehören Bienen üblicherweise zu einem Imker, der schon dafür Sorge trägt, dass seinen Bienenvölker nicht verhungern.

Zum anderen ist es durchaus gefährlich, Bienen mit gekauftem Honig zu füttern. Der Grund: Nicht alle Hersteller achten bei der Abfüllung auf ausreichende Hygiene mit Blick auf Bakterien, die für die Bienen gefährlich sein können. Das gilt insbesonders bei Honig aus dem Ausland, sagt Hofmann. So könnten sich in den Honigbehältern beispielsweise Bakterien der Amerikanischen Faulbrut befinden. Sollten sich Bienen damit anstecken, müsste das komplette Volk getötet und der Stock desinfiziert werden.

Herrscher über das Stadtbienenvolk

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. März 2022, 19:30 Uhr