Fragen & Antworten

Bremer Mordfall ohne Leiche: Was wir wissen – und was nicht

Drei Verdächtige: Bremer Vermisstenfall wird zu mutmaßlichem Mord

Bild: Radio Bremen

Drei Tatverdächtige, Streit und aufwendige Suchaktionen: Im mutmaßlichen Bremer Mordfall mit einem 46-jährigen Opfer kommen immer mehr Details ans Licht.

Die Bremer Polizei ermittelt aktuell in einem mutmaßlichen Mordfall. Nach der Leiche des 46-jährigen Opfers wird noch gesucht. Bereits in der vergangenen Woche haben die Ermittler einen Acker bei Posthausen umgegraben, weil sie die Leiche dort vermuteten. Hier fassen wir zusammen, was bisher über den Fall bekannt ist – und was für Fragen offen sind.

Was soll der Hintergrund des mutmaßlichen Mordfalls sein?
Laut Bremer Staatsanwaltschaft wurde ein 46-jähriger Mann in der Bremer-Neustadt getötet. Die Tat soll sich bereits im April 2020 ereignet haben. Verdächtigt werden drei Männer. Zwischen ihnen und dem Opfer soll es zu einem Streit gekommen sein. Die drei Beschuldigten haben laut Staatsanwaltschaft versucht, Geld von dem Opfer zu bekommen. Es soll um eine Summe von rund 1.000 Euro gegangen sein. Die Polizei vermutet, dass der 46-Jährige im Rahmen dieses Streits getötet wurde.
Wer war das Opfer?
Dem 46-Jährigen sollen in der Bremer-Neustadt mehrere Wohnungen gehört haben. Zwei der Tatverdächtigen sollen seine Mieter gewesen sein. Das Opfer wurde erst ein halbes Jahr nach der mutmaßlichen Tat als vermisst gemeldet, da die Verdächtigen mit dem Handy des Mannes Nachrichten an seine Angehörigen verschickten.
Wer sind die Verdächtigen?
Drei Bremer werden der Tat verdächtigt. Sie sind 31, 38 und 40 Jahre alt. Der 31 Jahre alte Verdächtige wurde bereits vor etwa zwei Wochen nach Zeugenhinweisen festgenommen, die beiden mutmaßlichen Mittäter am Samstag. Sie wurden vom ersten Tatverdächtigen bezichtigt, an der Tat beteiligt zu sein. Gegen die drei Männer wird wegen gemeinschaftlichen Mordes ermittelt und sie sitzen in Untersuchungshaft. Der 31-Jährige gab gegenüber der Polizei an, die Leiche des 46-Jährigen auf dem Acker in Posthausen vergraben zu haben. Eine Leiche wurde dort jedoch nicht gefunden.
Was hat die Polizei bisher unternommen – und wie geht es weiter?
Die Polizei behandelte den Fall des 46-Jährigen lange als Vermisstenfall. Denn einen konkreten Hinweise auf ein Verbrechen erreichte die Ermittler erst im September. Da machte ein Zeuge eine Aussage. Auf den Hinweis eines der Tatverdächtigen durchsuchte die Polizei den Acker bei Posthausen – und gruben ihn dafür beinahe komplett um. An der Suche waren auch Leichenspürhunde beteiligt. Da die Leiche bisher nicht gefunden worden ist, seien weitere Nachforschungen und gegebenenfalls auch Grabungen möglich, kündigte Frank Passade, Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, an. Die Leiche zu finden sei sehr wichtig. Die Ermittler der Bremer Polizei arbeiten gemeinsam mit Experten des Bundeskriminalamtes an diesem Fall.
Was ist nach wie vor unklar?
Die Polizei weiß immer noch nicht, wo die Leiche des Mannes liegt. Die Angaben, die der 31-jährige Tatverdächtige gemacht hat, haben sich durch die Suche bei Posthausen nicht bestätigen lassen. Auch ist nach wie vor nicht klar, in welchem Umfang der 38-Jährige und der 40-Jährige an der Tat beteiligt gewesen sind und wie das Opfer zu Tode kam. All das muss weiter von der Polizei ermittelt werden.

Nach Grabungen der Polizei in Posthausen: Das sind die Hintergründe

Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Lina Brunnée Redakteurin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 1. November 2021, 11 Uhr