Auricher Windkraftanlagen-Firma kämpft mit Folgen von Cyber-Attacke

Ein Techniker auf der Plattform eines Windrades
Es wird noch Wochen dauern, bis alle betroffenen Windräder wieder einwandfrei funktionieren. (Symbolbild) Bild: Imago | Imagebroker
  • Arbeiten an Windkraftanlagen werden noch Wochen dauern
  • Anbieter Enercon hat derzeit keinen Fernzugriff auf die Windräder
  • Auslöser der Störung ist möglicherweise ein Cyber-Angriff

Rund drei Wochen nach einer mutmaßlichen Cyber-Attacke russischer Hacker gibt es weiter Probleme beim Fernzugriff auf Tausende Windkraftanlagen in Zentraleuropa. Mittlerweile seien jedoch rund 15 Prozent der ursprünglich 5.800 betroffenen Anlagen wieder an die Satellitenkommunikation angebunden, teilte ein Sprecher des zuständigen Herstellers Enercon in Aurich der Deutschen Presse-Agentur mit. Demnach wurde mit Hilfe von Partnerfirmen begonnen, die beschädigte Hardware in den Anlagen auszutauschen. Rund 5.000 Windparks können derzeit noch nicht aus der Ferne angesteuert werden, die will Enercon nach und nach in Stand setzen.

Arbeiten werden Wochen dauern

Bis alle Anlagen zur Wartung aus der Ferne wieder angesteuert werden können, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Da viele Unternehmen weltweit nach der Störung neue Hardware benötigten, kommt es aktuell zu Lieferverzögerungen bei den erforderlichen Modems. Enercon geht daher davon aus, dass es noch "einige Wochen" dauern werde, bis alle Windkraftanlagen wieder per Fernzugriff verfügbar sind. Bis dahin müsste im Falle einer Störung ein Team zur jeweiligen Anlage fahren. Laut dem Konzern sind bundesweit Windräder von der Störung betroffen.

Cyber-Attacke als Ursache vermutet

Die Fernüberwachung und -steuerung der Anlagen mit einer Gesamtleistung von elf Gigawatt ist seit dem 24. Februar, dem Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine, nur noch eingeschränkt möglich. Energiepolitiker halten einen Angriff russischer Hacker auf das Satellitennetzwerk, über das unter anderem mit den Windkrafträdern kommuniziert wird, für möglich. Auch Enercon selbst geht von einer Cyber-Attacke aus. Da die Anlagen zur kritischen Infrastruktur zählen, hatte der Konzern den Vorfall an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeldet.

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Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 1. März 2022, 12 Uhr