Cyber-Attacke? Tausende Windkraftanlagen einer Auricher Firma gestört

Mehrere Windräder des Herstellers Enercon

Cyber-Attacke? Tausende Windkraftanlagen von Auricher Firma betroffen

Bild: DPA | Stephan Schulz
  • Fast 6.000 Anlagen des Auricher Turbinenherstellers Enercon gestört
  • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik wurde eingeschaltet
  • Störung begann zeitgleich mit russischem Einmarsch in der Ukraine

Europaweit ist der Betrieb von tausenden Windenergieanlagen durch die Störung eines Satelliten-Netzwerkes eingeschränkt. Betroffen davon sind auch rund 5.800 Anlagen des Auricher Unternehmens Enercon. Die Windkrafträder laufen zwar noch und liefern auch Strom, sie sind aber für eine Überwachung und Steuerung aus der Ferne nicht mehr erreichbar, sagte ein Firmensprecher. Betroffen sind demnach Anlagen mit einer Gesamtleistung von elf Gigawatt.

Weil die Anlagen zur kritischen Infrastruktur zählen, meldete Enercon den Vorfall an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), bestätigte ein BSI-Sprecher. Nach Angaben von Enercon arbeiten die Anlagen grundsätzlich autark und könnten sich selbstständig regulieren. Der Fernzugriff sei jedoch nicht mehr möglich. Daher müsse man im Störfall sein Servicepersonal zur Prüfung zu den einzelnen Anlagen rausschicken, so der Enercon-Sprecher.

Cyber-Attacke als Ursache?

Der Auslöser der Satellitenstörung, die am vergangenen Donnerstag auftrat, ist noch nicht bekannt. Die Kommunikationsdienste fielen aber nahezu zeitgleich mit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine aus. Betroffen sind europaweit rund 30.000 Satellitenterminals, die von unterschiedlichen Branchen genutzt werden.

Angesichts des Angriffs Russlands auf die Ukraine und vermehrter Cyberangriffe auf ukrainische Ziele warnten deutsche Sicherheitsbehörden vor Cyberangriffen auch auf deutsche Behörden und Unternehmen. Das BSI sprach von einer "erhöhten Bedrohungslage für Deutschland".

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Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 1. März 2022, 12 Uhr