Einigung über Erdgasförderung vor Borkum – Umweltverbände besorgt

Die ostfriesische Insel Borkum von oben
Das Unternehmen plant, Erdgas zwischen den Inseln Schiermonnikoog (Niederlande) und Borkum zu fördern.

Einigung über Erdgasförderung vor Borkum – Umweltverbände besorgt

Bild: picture alliance/dpa | Sina Schuldt
  • Niedersächsisches Wirtschaftsministerium und Unternehmen einigen sich auf Vorhaben
  • Erdgas soll zwischen den Inseln Schiermonnikoog und Borkum gefördert werden
  • Landeskabinett soll nun in den nächsten zwei Wochen entscheiden

Die Erdgasförderung in der Nordsee vor Borkum rückt näher: Das Wirtschaftsministerium in Hannover und das niederländische Unternehmen One-Dyas, das das Erdgas fördern will, haben sich auf Eckpunkte des Vorhabens verständigt.

So soll etwa das unter deutschen Hoheitsgewässern geförderte Erdgas dem deutschen Markt zur Verfügung gestellt werden, heißt es im Entwurf einer gemeinsamen Erklärung. "Es soll eine Fördermenge von bis zu 60 Milliarden Kubikmetern Gas gefördert werden, zu gleichen Anteilen für die Niederlande wie für Deutschland», sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). "Damit ist Niedersachsen gemeinsam mit den Niederlanden der Eckpfeiler der deutschen und der europäischen Energieversorgung, was den Gasmarkt betrifft."

Bedenken von Umweltverbänden und Grünen im Landtag wies Althusmann zurück.

Die umweltschutzfachlichen Verfahren, sowohl auf niedersächsischer Seite als auch auf niederländischer Seite kommen derzeit nach meiner Einschätzung zu dem Schluss, dass keine Umweltgefährdung besteht.

Bernd Althusmann (CDU), niedersächsischer Wirtschaftsminister

Landesregierung spricht sich für Neubewertung aus

Dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) will One-Dyas laut dem Minister zudem "umfassende Kontrollmöglichkeiten" einräumen. Das Unternehmen plant, Erdgas zwischen den Inseln Schiermonnikoog (Niederlande) und Borkum zu fördern. Das Gebiet liegt nahe dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

Die rot-schwarze Landesregierung hatte sich im vergangenen Sommer zunächst gegen das Vorhaben positioniert. Angesichts der Unsicherheiten bei der Energieversorgung durch den Krieg in der Ukraine rückte sie von dieser Position ab und sprach sich für eine Neubewertung aus.

Gasförderung könnte 2024 starten

Über die jetzige Erklärung soll das Landeskabinett innerhalb der nächsten zwei Wochen entscheiden. Eine abschließende Genehmigung für die Förderung auf niedersächsischer Seite wird damit noch nicht getroffen. Diese erteilt nach einem Planfeststellungsverfahren das LBEG. Die Gasförderung könnte laut One-Dyas Ende 2024 beginnen.

Gasvorräte könnten laut SWB möglicherweise nicht ausreichen

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau, 20. April 2022, 7 Uhr