Fachleute sollen Bremerhavener Schifffahrtsmuseum überprüfen

Stiftungsrat des Bremerhavener Schifffahrtsmuseums zieht Konsequenzen

Bild: Radio Bremen
  • Der Stiftungsrat als Kontrollgremium hielt eine Krisensitzung ab
  • Grund sind zahlreiche Missstände im Museum
  • Das Gremium sucht nun auch eine Interims-Lösung für die Leitung

Nach Vorwürfen über Missstände in der Verwaltung des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) in Bremerhaven sollen nun externe Fachleute die Zustände im Haus prüfen. Das sagte Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (SPD) nach einer Krisensitzung des Stiftungsrates zu buten un binnen. Ein entsprechender Beschluss werde nun vorbereitet.

Damit reagiert das oberste Kontrollgremium des DSM auf ein internes Gutachten, das kurz vor Weihnachten öffentlich geworden war. Darin hatte die neue kaufmännische Geschäftsführerin zahlreiche Mängel in der Museumsverwaltung aufgeführt. So soll das Haus Rechnungen beglichen haben, ohne die juristische Grundlage der Forderungen zu prüfen, teilweise sollen Verträge nicht auffindbar sein und Daten auf privaten Datenträgern der Mitarbeiter gespeichert worden sein.

Stiftungsrat kannte einige Mängel schon vorher

Wissenschaftssenatorin und Stiftungsrats-Vorsitzende Claudia Schilling (SPD) sagte, einige der beschriebenen Mängel seien dem Gremium schon länger bekannt gewesen. Der Bericht habe sie aber in seiner Klarheit überrascht. Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe hatte Museumsdirektorin Sunhild Kleingärtner zur Jahresmitte gekündigt. Durch ein Forschungsstipendium in den USA ist sie für mehrere Monate allerdings ohnehin nicht im Haus.

In einer Stellungnahme sagte Kleingärtner, ihre Kündigung stehe "in keinem Zusammenhang mit den lokalen Vorkommnissen in Bremerhaven". Sie verlasse das DSM nur, weil sie ein anderes "attraktives Angebot" bekommen habe. Dem internen Bericht über die Verwaltung sei sie im Stiftungsrat "dezidiert entgegengetreten".

Bis Ende Juni solle für die Leitung nun eine Interimslösung gefunden werden. Bis dahin solle das DSM von einem Team möglicherweise auch interner Mitarbeiter geleitet werden, so Senatorin Schilling.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Januar 2022, 19:30 Uhr