Digitaler Frühjahresputz: Diese 7 Tipps sollten Sie kennen

Bild: Imago | Yay Images/Shotshop/Montage Radio Bremen

Ordnung und Überblick beruhigt uns. Der Frühjahrsputz sollte aber nicht mehr nur auf die Wohnung beschränkt werden. So fegt man auch digital gut durch.

Mehr Speicherplatz, mehr Datenschutz, mehr Leistung: Wer den Computer oder das Smartphone regelmäßig aufräumt, wird belohnt. Warum also nicht den Frühjahrsputz auch digital angehen? Wir zeigen, wo sich Datenmengen sammeln und wie man am besten – auch virtuell – Platz schafft.

1 Messengers auf Smartphones reinigen

Die verschiedenen Dateien auf unseren Smartphones verbrauchen unterschiedlich viel Kapazität. Klar ist – eine Textdatei fällt kaum ins Gewicht, Fotos nehmen schon mehr Speicherplatz in Anspruch und Videos liegen bei zwanzig Sekunden bei etwa 5 MB , erklärt Joachim Selzer vom Chaos Computer Club. Da wir in den verschiedenen Messengern auch immer wieder Aufnahmen hin- und herschicken, sammelt sich hier schnell einiges an. Der Computerexperte empfiehlt deshalb die Chats auf dem Smartphone besonders im Blick zu haben: "Es bedeutet zwar ein wenig Arbeit, aber es kann helfen, alte Chats zu löschen und vorher die wichtigen Daten auf einem anderen Medium zu sichern."

2 Programme zur Datenbereinigung auf den Geräten nutzen

Bei Computern sammeln sich noch ganz andere Datenmengen an als auf einem Smartphone. Die meisten Geräte haben auch bereits eigene Programme für die Datenbereinigung. Bei Windows sucht man beispielsweise nach "Datenträgerbereinigung". Auch das Defragmentieren der Festplatte kann die Schnelligkeit des Computers wieder erhöhen – zumindest bei den alten mechanischen Festplatten.

Durch das ständige Löschen und Speichern von Daten werden diese nämlich in Fragmenten, also aufgeteilt, auf der Festplatte gespeichert. Das heißt, um ein Video abzuspielen, müssen die einzelnen Teile gesucht und abgespielt werden. Das dauert länger. Bei einem Mac braucht es diesen Vorgang allerdings in der Regel nicht, da hier die Defragmentierung automatisch abläuft. Auch bei einer SSD-Festplatte ist das nicht mehr nötig.

3 Überblick über die Verzeichnisse schaffen

Solche automatischen Datenträgerbereinigungen helfen zwar teilweise, die Mengen, die dadurch gelöscht werden, sind allerdings noch relativ gering. Man muss doch selbst schauen, was man eigentlich braucht und was nicht. Um überhaupt erstmal einen Überblick darüber zu erhalten, welche Verzeichnisse besonders viel Speicherplatz nutzen, kann man allerdings diverse Programme und Werkzeuge zur Hilfe nehmen. "Programme wie WinDirStat liefern optisch gut aufbereitete Informationen über besonders stark gefüllte Verzeichnisse. Ich warne allerdings ausdrücklich davor, einfach wild drauflos zu löschen. 'Viel' ist nicht gleichbedeutend mit 'überflüssig'", so Joachim Selzer.

4 Unnötige Apps und Programme löschen

Wir installieren alle mal Apps, die wir dann kaum nutzen, vergessen und trotzdem nicht löschen. Für diese Fälle bieten alle Betriebssysteme Funktionen an, sich installierte Programme, deren Nutzungshäufigkeit und den verbrauchten Speicher anzeigen zu lassen, erklärt der Computerexperte. "Bei einem kritischen Blick finde ich dort regelmäßig Programme, die ich eigentlich nie wirklich genutzt habe und deswegen löschen könnte", so Selzer. Gerade bei Windows handele es sich übrigens auch um Programme, die man eigentlich gar nicht installieren wollte.

"Jeder Drucker, jede Maus, jede Grafikkarte, jeder Soundchip und jeder Monitor meint, irgendwelche "Assistenten" oder "Center" installieren zu müssen, die kein Mensch braucht und der Computer auch nicht. Sie verstopfen die Taskleiste mit überflüssigen Icons, und nicht selten bremsen sie das System aus, weil sie beim Anschalten des Geräts mit gestartet werden und im Hintergrund mitlaufen. Wer sich nicht sicher ist, kann diese Programme erst aus dem Autostart entfernen, und wenn der Computer dann noch einwandfrei arbeitet, auch ganz löschen."

5 Genutzte Programme aktualisieren

Wenn Updates nicht installiert werden, bedeutet das nicht nur ein höheres Risiko für Viren oder Malware, sondern auch schlechtere Leistung. Wer also alle seine Programme gecheckt und die unnötigen gelöscht hat, kann in diesem Zuge gleich überprüfen, ob Aktualisierungen und Updates vorliegen.

6 Online-Daten entfernen

Wenn wir im Internet unterwegs sind, werden im Browser jede Menge Daten gespeichert, die zwar im Vergleich wenig Speicherplatz wegnehmen, aber dafür aus Datenschutzgründen genauer unter die Lupe genommen werden sollten. Deshalb lohnt es sich beispielsweise, beim Browser einzustellen, dass der Verlaufsspeicher nach Beenden gelöscht wird. Auch Aufräum-Programme oder Werkzeuge auf den Geräten selbst können bei dem Löschen der Internetdaten helfen. Allerdings sollte man sich im Klaren darüber sein, dass bei bestimmten Portalen das gespeicherte Passwort gelöscht würde, wenn man die Cookies lösche, erklärt Joachim Selzer. Dadurch müsse man sich dann dort neu anmelden.

7 Ordner sortieren und Papierkorb leeren

Es mag so simpel sein, aber den Papierkorb zu leeren, sollte man nach dem Aufräumen wirklich nicht vergessen. Und auch die Ordnerstruktur durchgehen und sortieren ist eine naheliegende, aber wirklich effektive Methode, um in der Zukunft mehr Überblick zu haben. Außerdem: Weniger Unordnung sorgt auch für weniger Stress.

Ein völlig überfüllter Desktop über den wir jeden Überblick verloren haben, macht uns unruhig. Deshalb sollte für die Zukunft schon gelten: Eine Ordnungsstruktur anlegen, bei der die Dateien gar nicht erst auf dem Desktop landen. Ob wir unsere Dateien nach ihrem Typ, ihrem Datum oder ihrer privaten und geschäftlichen Funktion sortieren, da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Mehr zum Thema:

Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17. Mai 2022, 19:30