Fragen & Antworten

Wie Bremer Autofahrer auf die hohen Spritpreise reagieren können

Die Benzinpreise steigen - Das können Verbraucher tun

Zoom auf die Tankanzeige, die für einen Spritpreis 1,80 Euro anzeigt
Bild: DPA | Sven Simon/Frank Hoermann
Bild: DPA | Sven Simon/Frank Hoermann

Die Preise für Benzin und Diesel sind auf Rekord-Niveau. Ein ADAC-Experte erklärt, warum die Preise aktuell so stark steigen – und was Verbraucher tun können.

Laut ADAC kostete Diesel am Montag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,557 Euro pro Liter. Das ist laut ADAC ein Allzeithoch beim bundesweiten Tagesdurchschnitt. Super-E10 kostete 1,67 Euro je Liter. Damit fehlen bei Benzin nur noch rund vier Cent zum Rekordhoch vom 13. September 2012. In Bremen waren Benzin und Diesel am Dienstag deutschlandweit sogar am teuersten.

Die Preise steigen seit Wochen –woran liegt das?
Laut Nils Linge vom ADAC Bremen gibt es für den aktuellen Preisanstieg vor allem einen Grund: "Wir haben besonders hohe Rohölpreise und die Nachfrage nach Heizöl ist jetzt durch die kalte Jahreszeit gestiegen. Damit steigt dann auch der Dieselpreis. Wir haben jetzt seit 2012 wieder mal das höchste Niveau erreicht."
Wie viel macht der CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne für den Liter aus?
Bei einem Liter Benzin macht der aktuelle CO2-Preis, laut Linge, rund sieben Cent aus. Aus seiner Sicht sei das nicht entscheidend. Kritischer sieht der Vertreter des Interessenverbands der Autofahrer, dass 67 Prozent des Spritpreises Steuern und Abgaben seien und an den Staat gehen würden. "Wir sind der Meinung, dass viele Verbraucher auf ihr Fahrzeug angewiesen sind", sagt Nils Linge. "Durch die hohen Spritpreise sind es Mehrbelastungen für die Menschen. Politik im ländlichen Raum sollte den Menschen helfen." Viele Menschen auf dem Land könnten aktuell nicht ohne Weiteres auf den Nahverkehr umsteigen, meint der ADAC-Sprecher: "Die zeitliche Belastung ist auf dem Land oft nicht mit dem Bus oder mit der Bahn zu bewerkstelligen. In Bremen hast du viele Möglichkeiten, wie du zur Arbeit kommst."
Bleibt es dauerhaft bei den hohen Preisen, oder kommen bald auch wieder entspanntere Zeiten?
Nils Linge geht nicht davon aus, dass die Preise langfristig so hoch bleiben werden.

Auch in den letzten Jahrzehnten hat man immer wieder gesagt, dass die Preise für Diesel und Benzin nie wieder sinken würden. Und dass es immer teurer werden würde und dass die Verbraucher sich nach alternativen umschauen müssten. Aber es war dann immer wieder so, dass man plötzlich auch wieder für einen Euro tanken konnte.

Nils Linge, ADAC Bremen

Trotzdem empfiehlt Linge den Verbraucherinnen und Verbrauchern, über Alternativen nachzudenken: "Gerade, wenn man überlegt, sich ein neues Fahrzeug zu kaufen: Ist dann Diesel und Benzin vielleicht noch die richtige Lösung, oder steige ich doch mal um?"

Wie können Verbraucherinnen und Verbraucher die Kosten für sich niedrig halten?
Laut Nils Linge würden sich besonders Vergleichsapps immer lohnen. "Wir haben ja mittlerweile alle die Möglichkeit zu schauen, wie sieht's bei mir in der Umgebung aus? Und kann mir dann auch meine Strecke legen, wenn ich zur Arbeit fahre." Außerdem sei der Zeitpunkt wichtig, wann Autofahrerinnen und Autofahrer tanken, sagt Linge: "Wir haben in einer Studie festgestellt, dass man zwischen 18 und 19 Uhr und zwischen 20 und 22 Uhr am günstigsten Tanken kann."

Daneben können Verbraucherinnen und Verbraucher ihr Verhalten hinterfragen, sagt Linge: "Brauche ich mein Auto überhaupt für alle Fahrten? Ich sollte zum Beispiel Kurzstrecken vermeiden. Und möglichst spritsparend fahren und das haben wir eigentlich nie so richtig gelernt." Viele würden immer noch im sehr niedrigen Gängen in der Stadt fahren. Nils Linge empfiehlt, immer den höchsten Gang zu wählen, schnell zum höchsten Gang zu schalten und vorausschauend zu fahren.
Wo ist es aktuell besonders teuer zu Tanken?
Nils Linge vom ADAC Bremen sagt, wo Autofahrerinnen und Autofahrer aktuell besser nicht tanken sollten: "Auf einer Autobahntankstelle. Da sind wir fast bei 2 Euro. 1,90 Euro habe ich schon gesehen, also da gibt es wirklich ganz teure Tankstellen."
Gibt es Unterschiede bei den Spritpreisen zwischen Bremerhaven, Bremen und dem Umland?
Ein schneller Überblick zwischen 12:45 und 13 Uhr am Dienstag zeigt, dass sich die Preise kaum unterscheiden. In Bremerhaven liegen die Preise beim Liter Super etwas höher, als in Bremen und im Niedersächsischen Umland zwischen den beiden Städten. In Bremerhaven lag der Liter Super überall ungefähr bei 1,80 Euro oder knapp drüber. In Bremen lag der Preis zwischen 1,70 Euro und 1,82. Die meisten Angebote haben hier für den Liter Super zwischen 1,74 Euro und 1,77 Euro genommen. Im Umland, im Raum zwischen Bremen und Bremerhaven lagen die Preise für Super ungefähr auf dem Niveau von Bremen.

Beim Diesel ließ sich auf den ersten Blick kein Unterschied zwischen den Städten feststellen. Die Preise bewegten sich am Dienstag gegen 13:00 Uhr zwischen 1,55 Euro und 1,65 Euro. Die Zahlen basieren auf einer ADAC-Karte, auf der die aktuellen Tankstellenpreise angezeigt werden. Die Daten sind natürlich nur eine kleine Stichprobe und kein repräsentativer Vergleich.

Autor

  • Niklas Hons Volontär

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 19.10.2021, 8:40 Uhr