Bei diesen 6 Corona-Regeln liegen Bremen und Niedersachsen auseinander

Mehrere Besucher auf dem Bremer Weihnachtsmarkt.
Anders als in Niedersachsen, gilt auf Bremens Weihnachtsmarkt nur die 2G-Regel. Bild: Radio Bremen

Vom Advent bis zum Jahreswechsel gelten in Niedersachsen strengere Corona-Regeln als in Bremen. Wir zeigen, bei welchen 6 Maßnahmen sich die Bundesländer unterscheiden.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) betont immer wieder, dass Bremen sich in Sachen Corona-Maßnahmen stets auch am Nachbarland Niedersachsen orientieren müsse. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) folgt dieser Linie offenbar nicht. Denn das Bundesland, das Bremen und Bremerhaven umschließt, verhängt als einziges Bundesland der Republik eine "Weihnachtsruhe". Und auch einige andere Maßnahmen sind in der aktuellen niedersächsischen Corona-Verordnung deutlich schärfer gefasst als in jener des kleinen Bundeslands Bremen.

Welche sechs Corona-Regeln in Niedersachsen und Bremen sich von der Adventszeit, über Weihnachten bis zum neuen Jahr besonders unterscheiden, fassen wir hier zusammen.

1 Privatfeiern und Privatveranstaltungen

Niedersachsen: Privatfeiern sind in Niedersachsen seit Dezember vergleichsweise streng geregelt. Bei mehr als 15 Personen gilt in Innenräumen die 2G-plus-Regel. Das heißt, die Anwesenden müssen nicht nur geimpft oder genesen sein, sondern zusätzlich einen Test- oder Booster-Nachweis erbringen. Darüber hinaus gilt Maskenpflicht auch im Sitzen. Zudem müssen Kontaktdaten hinterlegt werden.

Vom 24. Dezember bis zum 2. Januar verschärft Niedersachsen die Regeln sogar noch deutlich. Schon bei mehr als zehn geimpften oder genesenen Personen greift demnach die 2G-plus-Regel. In Innenräumen dürfen sich zwischen den Jahren maximal 25 Personen treffen, an der frischen Luft höchstens 50. Großveranstaltungen mit mehr als 500 Personen sind währende der "Weihnachtsruhe" in Niedersachsen generell verboten.

Bremen: Eine so strenge Regelung verfolgt Bremen nicht. Für private Veranstaltungen gelten nach der aktuellen Verordnung erst ab einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 350 ähnliche Beschränkungen wie in Niedersachsen. Bei privaten Feiern dürfen dann nur maximal 50 Personen in geschlossenen Räumen und 200 unter freiem Himmel zusammenkommen.

2 Gastronomie

Ein Wirt trägt einen Mund-Nasenschutz und zapft ein Bier.
In Niedersachsen sind die Regeln für Restaurants strenger als in Bremen. (Symbolbild) Bild: DPA | Christoph Soeder

Niedersachsen: In niedersächsischen Restaurants und Gaststätten gilt im Innenbereich die 2G-plus-Regel. Nur im Außenbereich greift die 2G-Regel.

Einige Ausnahmen lässt das Land jedoch inzwischen zu. Wer eine Auffrischungsimpfung bekommen hat oder Genesung nach einem Impfdurchbruch nachweisen kann, braucht keinen negativen Test. Außerdem können Gastronomen auf 2G umschwenken, wenn sie dann nur noch maximal 70 Prozent ihrer Plätze belegen.

Bremen: In der Bremer Gastronomie gilt derzeit, also in Warnstufe 2, die 2G-Regel.

3 Diskotheken und Clubs

Niedersachsen: In niedersächsischen Clubs und Diskotheken gilt bis zum 23. Dezember die 2G-plus-Regel. FFP2-Masken müssen auch beim Sitzen getragen werden. Außerdem dürfen die Räume nicht mehr als zur Hälfte ausgelastet sein. Vom 24. Dezember bis zum 2. Januar bleiben Clubs und Diskotheken geschlossen.

Bremen: Für Clubs, Bars, Diskotheken oder Festhallen gelten in Bremen – so lange sich das Land weiter in Warnstufe 2 befindet – keine 2G-plus-Regeln, sondern lediglich die 2G-Regel und Maskenpflicht. Zwischen den Jahren sind in Bremen darüber hinaus keine strengeren Vorschriften geplant. Erst ab Warnstufe 3 würde für Clubs und Diskotheken auch im Land Bremen die 2G-plus-Regel greifen. Ab einer Inzidenz von 350 werden Diskotheken und Clubs in Bremen ganz geschlossen.

Bremerhaven: Ab Freitag, 17. Dezember, gilt in Bremerhaven die Warnstufe 3, weshalb sich die Regeln in der Seestadt von denen in der Hansestadt unterscheiden. So gilt in Bremerhaven ab dann beim Besuch einer Diskothek, eines Clubs, einer Bar oder einer Festhalle die 2G-plus-Regel. Das heißt, dass nur Genesene und Geimpfte Zutritt haben, die zusätzlich einen nachweislich negativen Corona-Test vorlegen müssen. Einem Magistratssprecher zufolge soll es zunächst keine Ausnahme für Geboosterte geben.

4 Schulen

Niedersachsen: An den niedersächsischen Schulen läuft laut Verordnung zunächst noch regulärer Unterricht. Dies ändert sich drei Tage vor Beginn der Weihnachtsferien, also am 20. Dezember. Von jenem Montag an können Schülerinnen und Schüler auf Antrag der Eltern vom Präsenzlernen befreit werden. Einen Anspruch auf Distanzlernen gibt es aber nicht.

Bremen: Bremen bleibt hingegen der bisherigen Linie treu. "Für Kinder hat Schule in Präsenz höchste Priorität für ihre seelische und körperliche Gesundheit", sagt Bremens Senatorin für Kinder und Bildung, Sascha Aulepp (SPD). Deswegen werde es in Bremen Schule in Präsenz geben. Die Weihnachtsferien beginnen demnach für Bremer Schülerinnen und Schüler am Donnerstag, 23. Dezember. Schulbeginn ist dann wieder am Montag, 10. Januar 2022.

5 Weihnachtsmärkte

Niedersachsen: Weihnachtsmärkte in Niedersachsen sind bis zum 23. Dezember nur mit 2G-plus-Regel im Innen- und Außenbereich möglich, wenn an den Ständen bewirtet wird. FFP2- Masken müssen auch beim Sitzen getragen werden.

Bremen: Auf den Weihnachtsmärkten in Bremen und Bremerhaven gilt hingegen nur die 2G-Regel. Sie kann in beiden Städten durch die "Bändchen-Regel", also rote Bändchen am Handgelenk als 2G-Nachweis, vereinfacht werden.

6 Silvester

Niedersachsen: An Silvester sind in Niedersachsen nicht nur Feuerwerke auf belebten öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen sowie auf belebten öffentlich zugänglichen Flächen untersagt, sondern auch größere Ansammlungen verboten.

Bremen: Bremen verbietet das Zünden von Raketen laut Corona-Verordnung ebenfalls. Größere Ansammlungen sind allerdings erlaubt – solange nicht gegen andere Corona-Regeln verstoßen wird.

Niedersachsen verschärft Corona-Regeln: Bremer Senat zieht nicht nach

Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. Dezember 2021, 19:30 Uhr