Fragen & Antworten

Das sollten Bremer Inhaber des 9-Euro-Tickets zum Ferienstart wissen

Bahnfahrer drängen sich am Eingang eines Regionalzuges.
Angesichts der wieder volleren Regionalzüge raten Verkehrsunternehmen dazu, sich bei der Gepäckmitnahme zu Ferienbeginn zurückzuhalten. Bild: DPA | Roberto Pfeil

In Bremen und Niedersachsen beginnen am Donnerstag die Sommerferien. Was Verkehrsbetriebe erwarten, wovor sie warnen und was für Fahrgäste gilt, fassen wir hier zusammen.

Zum Ferienstart in Bremen und Niedersachsen am kommenden Donnerstag (14. Juli) könnte es in manchen Zügen rund um Bremen und Bremerhaven voll werden. Denn auch für Juli wurden bereits viele 9-Euro-Tickets verkauft. Was Fahrgäste jetzt wissen sollten, haben wir in den folgenden drei Fragen und Antworten zusammengefasst.

Wieviele 9-Euro-Tickets sind für Juli verkauft worden?
Die Zahl der verkauften 9-Euro-Tickets gilt als Richtschnur dafür, wie groß die Auslastung von Zügen und Bahnen zum Ferienbeginn sein könnte. In der ersten Juli-Woche bleibt die Nachfrage nach den vergünstigten Tickets zwar hoch, sie ist bislang aber bei allen Verkehrsträgern noch geringer als im Juni.
Das Neun-Euro-Ticket vor einer Bahn
Im Juli wurden bislang noch nicht so viele 9-Euro-Tickets verkauft wie im Juni. Bild: DPA | Frank Hoermann / Sven Simon
VBN: Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) hat für den Juli bislang (Stand. 7. Juli) gut 28.000 der 9-Euro-Tickets über die eigene Fahrplaner-App verkauft. Zum Vergleich: Im gesamten Juni waren es 43.711 Tickets.

BSAG: Die BSAG hat das 9-Euro-Ticket allein im Juni rund 129.000 verkauft. Für Juli gibt das städtische Unternehmen auf Nachfrage von buten un binnen bislang 80.000 Kartenverkäufe an.

Nordwestbahn: Nach 51.000 im Juni verkauften 9-Euro-Tickets für den Bereich Weser-Ems hat die Nordwestbahn für den Juli bereits jetzt rund 31.000 Tickets verkauft, teilt der Bahnbetreiber auf Anfrage buten un binnens mit. "Da könnten auch die anstehenden Ferien eine Rolle spielen", sagt Nordwestbahn-Sprecher Steffen Högemann.

Metronom: Das regionale Bahnunternehmen hat im Juni rund 74.000 9-Euro-Tickets verkauft. Für den Juli sind es bislang knapp 22.000 (Stand: 6. Juli).
Wo rechnen Verkehrsunternehmen zum Ferienstart mit Andrang?
VBN: "Wir rechnen auf den Schienenstrecken, die durch das VBN-Land führen, mit erhöhtem Aufkommen insbesondere am Wochenende", sagt VBN-Sprecher Eckhard Spliethoff. Dies betreffe vor allem die Regionalexpress-Strecken RE1 (Hannover – Emden/Norddeich), RE4 (Bremen – Hamburg) und RE8 (Bremerhaven-Lehe – Hannover). Die Zusage der Deutschen Bahn, auf der parallel zur RE1 verlaufenden IC-Strecke zwischen Bremen und Norddeich/Mole das 9 Euro-Ticket anzuerkennen, könne auf dieser Strecke allerdings zu einer Entlastung führen, sagt Spliethoff.
Deutsche Bahn: Die Deutsche Bahn geht während der Sommermonate vor allem entlang touristischer Strecken von einem höheren Fahrgastaufkommen aus. Im städtischen Pendlerverkehr rechnet die Bahn in der Ferien- und Urlaubszeit hingegen generell mit weniger Fahrgästen, teilt eine Sprecherin mit. Da auch die Schülerverkehre wegfielen, rechne die Bahn zu Ferienbeginn trotz 9-Euro-Ticket nicht mit einer Überlastung.

Metronom: "Es ist zurzeit überall auf unseren Strecken voll", sagt Metronom-Sprecherin Miriam Fehsenfeld. "Mit den Sommerferien sind zwar weniger Pendler unterwegs, da viele ihren Familienurlaub machen, andererseits ist das 9-Euro-Ticket natürlich ein reizvolles Angebot für viele Jugendliche, um in den Ferien mal eben nach Hamburg, nach Bremen oder weiter zu fahren." Eine genaue Prognose für den Ferienbeginn könne das Unternehmen zwar nicht geben, so die Sprecherin. Erfahrungsgemäß sei es aber vor allem an den Wochenenden und vor Großevents voll.
Zwei Metronom Züge stehen in einem Bahnhof
Regionale Bahnanbieter wie das Unternehmen Metronom schauen dem Ferienstart entspannt entgegen. Bild: DPA | Bodo Marks
Nordwestbahn: Mit Überfüllungen, wie kurz nach der Einführung des 9-Euro-Tickets zu Pfingsten, rechnet auch die Nordwestbahn nicht. "In den Sommermonaten sind die Züge eher leerer, das kennen wir schon", sagt Nordwestbahn-Sprecher Steffen Högemann. Allerdings seien die Züge auch wegen des 9-Euro-Tickets ausgelasteter als noch vor der Pandemie. "An den Wochenenden haben wir im Schnitt rund 50 Prozent Zuwachs im Vergleich zu 2019", sagt Högemann. Auf einigen Strecken hätten sich die Fahrgastzahlen in diesen Zeiten sogar fast verdoppelt.

BSAG: In Bremer Bussen und Bahnen sollte der Ferienstart hingegen Entlastung bringen. "Üblicherweise sinken die Fahrgastzahlen mit Ferienbeginn", sagt BSAG-Sprecher Andreas Holling. Weil einerseits Urlaube begännen und andererseits Schulen geschlossen seien und so der Schülerverkehr wegfalle. "Wir gehen daher davon aus, dass die Fahrgastzahlen auch in diesem Jahr in den Ferien sinken werden", sagt Holling.
Welche Regeln und Fahrpläne gelten zur Ferienzeit?
Grundsätzlich gilt auch zum Ferienbeginn in Bremen und Niedersachsen weiterhin in sämtlichen Bussen, Zügen und Straßenbahnen des ÖPNV sowie "vollständig geschlossenen Räumen" wie Bahnhöfen oder Vorverkaufsstellen weiterhin eine Maskenpflicht.
Deutsche Bahn: Die Nahverkehrszüge der DB Regio waren im Juni um durchschnittlich 10 bis 15 Prozent stärker frequentiert als vor Beginn der Corona-Pandemie. Die Nachfrage variiere allerdings im Regionalverkehr je nach Region, Wochentag und Tageszeit. Einschränkungen könne es dann auch bei der Fahrradbeförderung geben, teilt eine Sprecherin mit. "Besonders auf Verbindungen in beliebten Tourismus-Regionen und an Feiertagswochenenden konnten nicht immer alle Fahrgäste mit ihren Fahrrädern mitreisen."

Metronom: Auf allen Metronom-Strecken werden aktuell am Wochenende, also von Freitag 15 Uhr bis Sonntag 22 Uhr, keine Fahrräder mitgenommen. "Wir brauchen den zusätzlichen Platz schlicht für unsere Fahrgäste", sagt Metronom-Sprecherin Miriam Fehsenfeld. Zwischen Hamburg und Uelzen sei die Fahrradmitnahme aufgrund einer Sommerbaustelle auch unter der Woche nicht möglich. Weitere Einschränkungen der Fahrradmitnahme zum Ferienbeginn seien zwar nicht geplant. Grundsätzlich sei die Fahrradmitnahme aber nie garantiert, sondern immer von vorhandenen Kapazitäten abhängig. "Rollstuhlfahrer und Kinderwagen gehen immer vor", sagt die Metronom-Sprecherin. Sie empfiehlt Fahrgästen auch, nicht mehr Gepäck mitzunehmen als unbedingt nötig.

Wir haben schon alles auf der Schiene, was geht.

Metronom-Sprecherin Miriam Fehsenfeld
Längere Metronom-Züge wird es im Übrigen auch zum Ferienstart oder anderen Stoßzeiten nicht geben. "Wir fahren schon mit der maximal möglichen Länge und können nicht einfach Wagen anhängen", sagt Fehsenfeld. Dies würde schon an den zu kurzen Längen der Bahnsteige scheitern.

Nordwestbahn: Grundsätzlich ist die Fahrradmitnahme in der Nordwestbahn zwar auch zum Ferienbeginn möglich. "Wir raten unseren Fahrgästen aber derzeit davon ab", sagt Nordwestbahn-Sprecher Steffen Högemann. Die sonst übliche Möglichkeit für Fahrgäste, die Fahrradmitnahme über die Website, per Mail oder Telefon anzumelden, bietet die Nordwestbahn schon seit der Einführung des 9-Euro-Tickets nicht mehr an. Grundsätzlich gelte allerdings: Rollstühle und Kinderwagen haben Vorrang, Fahrräder kommen immer nur mit, wenn Platz ist.

BSAG: Die Bremer Straßenbahn AG fährt in diesem Sommer wieder nach einem Ferienfahrplan. Dieser beginnt mit dem Start der Schulferien am Donnerstag, 14. Juli, und endet am Sonntag, 28. August. Diese etwas verkehrsärmere Zeit nutzt die BSAG auch, um Gleisbauarbeiten durchzuführen – zum Beispiel am Brill. Ab dem 14. Juli fahren beispielsweise die Straßenbahnen 2 und 5 nicht mehr, auch andere Linien werden während der Sommer-Bauarbeiten gestrichen oder umgeleitet.

Rückblick: Viel los am Bahnhof – 9-Euro-Ticket-Ausflüge nach Bremen

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 6. Juli 2022, 8 Uhr