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Diese Idee soll die Museumsschiffe in Bremerhaven retten

Für historische Schiffe in Bremerhaven fehlen ehrenamtliche Helfer

Bild: Radio Bremen

In Bremerhaven fehlen ehrenamtliche Helfer, die sich um historische Schiffe kümmern. Auch die "Schulschiff Deutschland" hat Nachwuchssorgen.

Warum sind die Museumsschiffe in Gefahr?
Fast alle historischen Schiffe im Neuen Hafen in Bremerhaven werden von privaten Vereinen unterhalten. Doch viele Vereine haben nicht genügend Helfer. Viele Ehrenamtliche sind schon älter und hören nach und nach auf. Nachwuchs ist schwer zu finden. Besonders betroffen ist zum Beispiel der historische Eisbrecher "Wal", da dieser dampfbetrieben und fahrtüchtig ist. Das bedeutet Arbeit. Doch die Crewmitglieder sind mittlerweile fast alle über 70 Jahre alt. Auch der "Schulschiff Deutschland", die erst seit Kurzem im Neuen Hafen liegt, fehlen Ehrenamtliche. Ihr Schiffmeister ging kürzlich in Rente, genauso wie mehrere Helfer – und mit ihnen eine Menge Know-how.

Ich kann es irgendwo verstehen. Wir sind hier alle grauhaarig, alle Rentner. Junge Leute gehen lieber in die Disco, gehen lieber aus. Im mittleren Alter hat man Familie gegründet, freut sich, nach der Arbeit mit der Familie was zu tun.

Ralf Schäfer, Chefingenieur auf dem Museumsschiff "Wal"
Wie soll das Problem gelöst werden?
Die Idee ist, einen Dachverband für die historischen Schiffe zu gründen. Ein Team von Fachleuten soll auf mehreren Schiffen zum Einsatz kommen. "Auf der Hansekogge gibt es auch Leute, die sich mit der Maschine auskennen. Wenn hier mal Not am Mann ist, können sie hier mit aushelfen", erklärt Rüdiger Pallentin, der Chef der "Wal", die Idee. So hätte man auch einen Austausch zwischen den Vereinen. Für Claus Jaeger vom Schulschiff-Verein wäre eine Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen ebenfalls ein Gewinn: "Die Aufgabe, vor der wir stehen, bei immer mehr abnehmender handwerklicher Kompetenz überall die Aufgaben erfüllen zu müssen, die betrifft uns alle."
Wie weit ist die Idee schon ausgereift?
Ein Vorbild haben die Bremerhavener schon: die Stiftung Hamburg Maritim. Diese wurde schon vor 20 Jahren gegründet. Entstanden ist sie aus ganz ähnlichen Überlegungen, wie es sie jetzt in Bremerhaven gibt. Eine Stiftung wäre auch in Bremerhaven sinnvoll. Denn hier fehlt es nicht nur an Fachleuten, sondern auch an Geld. Allein für die Reparatur seiner Dampfkessel benötigt die "Wal" 1,5 bis 2 Millionen Euro. Die ersten Gespräche dazu haben in Bremerhaven schon stattgefunden, wurden aber durch die Corona-Pandemie gestoppt. Sie sollen nun wieder Fahrt aufnehmen.

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Dieses Thema im Programm: buten und binnen, 4. Dezember 2021, 19:30 Uhr