Cyberangriff bereitet Bremer Windtechnik-Firma große Probleme

Offshore-Hotel des Windparks DanTysk
Wohnplattform für Service-Teams vom Offshore-Windpark DanTysk und Sandbank, 70 Kilometer vor Sylt errichtet. Die Wohnplattform kann rund 50 Personen beherbergen.
Bild: Imago | Lars Berg

Das Unternehmen mit rund 2.000 Mitarbeitenden ist auf Instandhaltung und Betrieb von Windkraftanlagen spezialisiert. Wann die Folgen der Attacke beseitigt sind, ist unklar.

Die Deutsche Windtechnik AG mit Sitz in der Bremer Überseestadt ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Wie das Unternehmen buten un binnen bestätigte, ist in der Nacht von Montag auf Dienstag, 12. April, ein externer Cyber-Angriff auf die IT-Anlagen der Firma festgestellt worden. Daraufhin seien aus Sicherheitsgründen alle Rechner heruntergefahren und die Verbindungen zu allen externen Systemen gekappt worden. Das Unternehmen sei aktuell nicht via E-Mail erreichbar.

Die Deutsche Windtechnik ist mit ihren rund 2.000 Mitarbeitenden spezialisiert auf Instandhaltung und Betrieb von Windkraftanlagen an Land und auf See. Laut Unternehmensangaben ist man derzeit weltweit in Dutzenden Windparks engagiert. "Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand gehen wir davon aus, dass Windenergieanlagen von dem Angriff nicht betroffen sind", teilt das Unternehmen schriftlich mit.

Hektische Szenen nach Attacke

Mitarbeitende berichteten buten un binnen von hektischen Szenen, die sich seit Bekanntwerden des Cyberangriffs im Unternehmen abgespielt hätten. Vorgesetzte seien durch die Büros gelaufen und hätten geschrien, dass alle Rechner ausgeschaltet bleiben müssten. Eine Firmensprecherin teilt hingegen auf Nachfrage von buten un binnen mit, dass alle Verantwortlichen ruhig und besonnen reagiert hätten.

Die Attacke erfolgte nicht auf den Bremer Firmensitz, sondern habe sich gegen eine Server-Anlage in Rendsburg gerichtet, sagt eine Firmensprecherin auf Nachfrage von buten un binnen. Daraufhin sei das Firmennetzwerk sofort heruntergefahren worden. Wobei alle Büros der Deutschen Windtechnik weltweit betroffen sind. Windkraftanlagen selbst seien offenbar nicht von den Angriffen betroffen. Die Kommunikation mit den Windkraftanlagen sei jedoch deutlich erschwert.

Experten prüfen IT-Systeme

Die Computersysteme werden derzeit von IT-Experten geprüft. Erst wenn diese Überprüfung abgeschlossen sei, würden die Firmenrechner wieder hochgefahren. Wie lange das dauern werde, sei noch völlig offen, teilte das Unternehmen mit. In der Zwischenzeit könnten Firmenmitarbeiter nur eingeschränkt arbeiten, und sie seien auch nur eingeschränkt erreichbar.

Fachleute vermuten Zusammenhang mit Ukraine-Krieg

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ist das nicht die erste Attacke. So hatte der Windanlagenhersteller Enercon aus Aurich unter den Folgen einer Attacke zu leiden. Und auch das Windkraftunternehmen Nordex aus Hamburg wurde angegriffen. In beiden Fällen gehen Fachleute von einem Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg aus.

Muss Bremen sich um Cyberangriffe auf die Infrastruktur sorgen?

Bild: Radio Bremen

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  • Sebastian Manz Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Mittag, 14. April 2022, 12:10 Uhr