Kirchenmitarbeiter fordern Suspendierung von Bremer Pastor Latzel

  • Umstrittener Pastor der St. Martini Gemeinde hatte sich herabwürdigend über Homosexuelle geäußert
  • Mitarbeitervertretung wendet sich in offenem Brief an Kirchenobere
  • Vertreter des Christopher Street Day haben Strafantrag gegen ihn gestellt
Pastor Olaf Latzel.
Olaf Latzel steht wegen homophober Äußerungen in der Kritik. Bild: Imago | EPD

Die Mitarbeitervertretung der Bremischen Evangelischen Kirche fordert, den umstrittenen Pastor der St.Martini-Gemeinde, Olaf Latzel, zu suspendieren. Dieser hatte sich im Rahmen seiner Arbeit herabwürdigend unter anderem über Homosexuelle geäußert. Deswegen ermittelt auch der Staatschutz wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen ihn.

Latzel hatte Homosexuelle in einem Eheseminar als "Verbrecher" bezeichnet, im Nachhinein aber behauptet, er sei missinterpretiert worden und sich entschuldigt. Nun verlangt die Mitarbeitendenvertretung der BEK seine Freistellung. Die unerträglichen Anfeindungen gegenüber Menschen mit einem anderen Lebensstil seien weder als Mitglied noch als Mitarbeiter der Kirche akzeptabel, heißt es in einem Offenen Brief an die Kirchenoberen.

Kirchenausschuss der BEK prüft dienstrechtliche Schritte

Man erwarte keine theologische Auseinandersetzung, sondern ein deutliches Bekenntnis zu Demokratie und Menschenwürde. Latzel solle zumindest während des Ermittlungsverfahrens von allen Ämtern suspendiert werden, heißt es weiter. Der Kirchenausschuss der BEK hatte angekündigt, das eingeleitete Verfahren zu verfolgen und davon ausgehend dienstrechtliche Schritte zu prüfen.

Unterdessen hat auch der Bremer Vorstand des Christopher Street Day Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft gegen Latzel gestellt. Dessen fundamentalistische Hasspredigten zerstörten ein friedliches Gesellschaftsklima, heißt es in einer Erklärung des CSD. "Die Ausfälle des Pastors beantworten außerdem die alljährlich aufgebrachte Standardfrage, ob ein CSD in der heutigen Zeit denn noch überhaupt notwendig sei", sagte Robert Dadanski, Vorstand des CSD-Vereins.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 1. Mai 2020, 6 Uhr