Neue Virusvariante: Virologe empfiehlt Rachenabstrich für Schnelltests

Eine Frau macht einen Rachenabstrich für einen Covid Test

Neue Virusvariante: Virologe empfiehlt Rachenabstrich für Schnelltests

Bild: DPA | photothek | Thomas Trutschel

Die Corona-Untervarianten BA.4 und BA.5 verbreiten sich auch in Deutschland. Ein Bremer Virologe rät, jetzt nur noch Antigentests mit Rachenabstrich zu nutzen.

Bundesweit steigen die Corona-Fallzahlen. Laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) befindet sich Deutschland mitten in der angekündigten Sommerwelle. Grund dafür ist wohl auch die Verbreitung der Corona-Untervarianten BA.4 und BA.5 in Deutschland, die von Experten als besonders ansteckend eingeschätzt werden. Der Bremer Virologe Andreas Dotzauer rät Bürgerinnen und Bürgern, sich jetzt wieder häufiger und bei Symptomen mindestens einmal pro Tag zu testen. Dabei sei es wichtig, nur noch Antigentests zu nutzen, die auf einem Abstrich im Rachen beruhen.

Schnelltests, bei denen der Abstrich im Nasenraum genommen wird, weisen Corona-Infektionen nur selten nach, sagte Dotzauer butenunbinnen am Mittwoch. Das Virus verbreite sich bei den neuen Omikron-Varianten vor allem im Rachen und in der Lunge - und kaum noch in der Nase. Die Viruslast sei bei Tests, bei denen der Abstrich in der Nase entnommen wird, zu gering, um eine Infektion nachzuweisen.

Wir haben ein Problem, wenn wir nur einen Nasenabstrich machen.

Professor Andreas Dotzauer vom Laboratorium für Virusforschung, Universität Bremen

Virologe rät zu Rachen- statt Nasenabstrichen

Der Bremer Experte betonte, dass dieser veränderte Ort der Virusverbreitung innerhalb des Körpers "einen kleinen, aber wichtigen Unterschied innerhalb der Omikron-Sublinie" ausmache. Statt Antigentests, die auf einem Abstrich in der Nase beruhen, empfiehlt er Rachen-Abstriche. Dort sei im Normalfall eine ausreichend hohe Viruslast vorhanden.

Bislang hätten die meisten herkömmlichen Antigentests, die in Drogerien zu kaufen sind und in Testzentren verwendet werden, alle Corona-Untervarianten nachweisen können, sagte er. Die Schnelltests reagierten auf ein Protein, das im Inneren des Viruspartikels liegt und sich bislang – auch mit Entwicklung der neuen Virusvarianten – nicht so verändert habe, dass die Tests es nicht erkannt hätten, erklärte Dotzauer und gab Entwarnung: "Die meisten Antigentests sind in der Lage, die jetzigen Omikron-Varianten zu erkennen."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 16. Juni 2022, 6:40 Uhr