Bremens neues Corona-Warnstufen-System: Was bei welcher Warnstufe gilt

Bremer Roland mit Mund-Nasen-Maske auf dem Marktplatz in Bremen. (Bildmontage)
Von 0 bis 3 – das sind die aktualisierten Corona-Warnstufen. Bild: Imago/Winfried Rothermel | Montage Radio Bremen

Das Land Bremen hat wegen Omikron sein Corona-Warnstufen-System erweitert. Neu ist die höchste Warnstufe, Stufe 4. Die Regeln der einzelnen Stufen im Überblick.

In allen Stufen (0-4) besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Personenverkehr, in Geschäften, in geschlossenen Räumen wie Supermärkten und bei genehmigungspflichtigen Großveranstaltungen ab 1.000 Personen. Für Großveranstaltungen oder Einrichtungen, bei denen nach der 2G- oder 2G-Plus-Regel nur Geimpfte und Genesene – optional mit tagesaktuellem Test – Zutritt erhalten, gilt keine Maskenpflicht. Ungeimpfte wiederum dürfen sich nur mit dem eigenen Hausstand und mit zwei Menschen aus einem weiteren Haushalt treffen. Kind unter 14 Jahren sind von der Regelung ausgenommen.

Das gilt bei Warnstufe 0

In der Warnstufe 0 liegt die Hospitalisierungsinzidenz zwischen 0 und 1,5. Die Hospitalisierungsinzidenz gibt an, wie viele Menschen mit oder wegen Corona pro 100.000 Einwohner in Kliniken eingeliefert wurden. In Warnstufe 0 sind demnach in den vergangenen sieben Tagen zwischen null und statistisch gesehen 1,5 Personen pro 100.000 Einwohner mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus gekommen.

  • Abstand: Der Senat empfiehlt grundsätzlich, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten, an die Hygiene zu denken und geschlossene Räume regelmäßig zu lüften.
  • Masken: Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Personenverkehr und im Einzelhandel. Dazu gehören unter anderem Super- und Baumärkte sowie Bekleidungsgeschäfte.
  • Veranstaltungen: Es gibt keine Kapazitätsbeschränkungen für Veranstaltungen. Verantwortliche einer Veranstaltung müssen ein Hygiene- und Schutzkonzept vorlegen.

Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen sind mit bis zu 5.000 Personen und unter freiem Himmel mit bis zu 15.000 Personen zugelassen. Bei mehr als 1.000 Besuchern ist eine zusätzliche Genehmigung von Behördenseite erforderlich. Zudem darf höchstens die Hälfte der zur Verfügung stehenden Kapazität beansprucht werden.

Das gilt bei Warnstufe 1

Bei Warnstufe 1 liegt die Hospitalisierungsinzidenz zwischen 1,5 und 3. 

  • Abstand: Der Senat empfiehlt auch hier grundsätzlich, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten, an die Hygiene zu denken und geschlossene regelmäßig Räume zu lüften.
  • Masken: Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Personenverkehr und im Einzelhandel.
  • Veranstaltungen: Ab jetzt gilt grundsätzlich die 3G-Regelung in öffentlich zugänglichen Innenbereichen: Getestet, Geimpft oder Genesen.

Das gilt bei Warnstufe 2

Bei Warnstufe 2 liegt die Hospitalisierungsinzidenz zwischen 3 und 6. 

  • 2G-Regel: Im Innenbereich von Veranstaltungen, Gastronomie, Kultureinrichtungen und Sportstätten gilt 2G. Zutritt haben nur Geimpfte und Genesene.
  • Abstand: Es muss außerhalb der eigenen Wohnung ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Davon ausgenommen sind:
  1. Enge Familienangehörige und alle Angehörigen eines Hausstandes
  2. Zusammenkünfte zweier Hausstände oder von bis zu zehn Personen aus verschiedenen Hausständen, wobei Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren ausgenommen sind
  3. Einrichtungen oder Veranstaltungen, für die der Zutritt nach dem 2G-Zugangsmodell geregelt ist
  4. die Ausübung von Sport
  5. die Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege
  6. der Unterricht und die Betreuung an Schulen, soweit das Kohortenprinzip vorgesehen ist
  7. die Teilnahme am Lehrveranstaltungen und Prüfungen sowie die Nutzung von Lernplätzen der Hochschulen, der Staats- und Universitätsbibliothek sowie der Hochschule für Öffentliche Verwaltung
  8. bei körpernahen Dienstleistungen sowie von Handwerksleistungen, bei denen ein Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann, sind erlaubt, wenn entsprechende Hygienemaßnahmen getroffen werden
  • Masken: Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Personenverkehr und in geschlossenen Räumen von Verkaufsstätten. Außerdem besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in sonstigen geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind, soweit kein geeignetes Schutz- und Hygienekonzept vorliegt. Geschlossene Räume mit Kundenverkehr sind beispielsweise Friseure, Ämter und Flure von Mehrparteienhäusern. Die Maskenpflicht gilt nicht für Einrichtungen oder Veranstaltungen, die den Zutritt nach der 2G- oder 2G-Plus-Option umsetzen.
  • Veranstaltungen: Für Veranstaltungen unter 2G gibt es keine Kapazitätsbeschränkung. Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 gleichzeitig anwesenden Teilnehmern sind aber genehmigungspflichtig. Es muss ein Hygiene- und Schutzkonzept vorgelegt werden.

Das gilt bei Warnstufe 3

Bei Warnstufe 3 ist die Hospitalisierungsinzidenz größer als 6. 

  • 2G-Plus-Regel: Im Innenbereich von Veranstaltungen, Gastronomie, Kultureinrichtungen und Sportstätten gilt 2G. Zutritt haben nur Geimpfte und Genesene. In Diskotheken, Bars oder auf öffentlichen Feiern, wie beispielsweise ein Schützenfest in einem Innenraum, muss zusätzlich ein negatives Testergebnis vorgelegt werden.
  • Abstand: Außerhalb der eigenen Wohnung muss ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Die Ausnahmen aus Stufe 2 gelten weiterhin.
  • Masken: Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske im öffentlichen Personenverkehr und einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung oder einer FFP2-Maske im Einzelhandel sowie in allen weiteren Innenräumen.
  • Veranstaltungen: Bei Veranstaltungen sind höchstens 1.000 Besucher zugelassen.

Das gilt bei Warnstufe 4

Bei Warnstufe 4 ist die Hospitalisierungsinzidenz größer als 9.

Beim Wechsel in Warnstufe 4 ergeben sich folgende Veränderungen zu Warnstufe 3:

  • Die Anwendung der 2G-Plus-Regel wird deutlich ausgeweitet und umfasst alle Einrichtungen, in denen in Warnstufe 1 die 3G-Regel und in Warnstufe 2 die 2G-Regel gilt.
  • Außerdem wird in Warnstufe 4 die 3G-Regel beim Besuch von Landes- und Kommunalbehörden eingeführt.

Die 2G-Plus-Regel gilt:

  • beim Betreten eines Krankenhauses zu Besuchszwecken
  • beim Besuch beispielsweise von Betrieben der Gastronomie, Clubs, Spielhallen, Museen, Theatern, Kinos, Saunen, Fitnessstudios, Schwimmbädern, Sportanlagen, Messen, Flohmärkten und ähnlichen Veranstaltungen, Indoor-Spielplätzen (nur erwachsene Begleitpersonen), Kletterhallen, jeweils in geschlossenen Räumen
  • bei der Teilnahme an Veranstaltungen, ausgenommen religiöse Veranstaltungen, und Festen in geschlossenen Räumen außerhalb der eigenen Wohnung
  • bei der Erbringung oder Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen, soweit diese nicht medizinisch notwendig sind
  • bei der Ausübung von Sport in geschlossenen Räumen von Sportstätten, ausgenommen ist der Schulsport
  • beim Aufenthalt in Beherbergungsbetrieben bei erstmaliger Anreise und zweimal je Woche bei mehrtägigem Aufenthalt

Ausnahmen gelten:

  1. für Personen in den ersten drei Monaten nach ihrer zweiten Impfung und für alle mit Auffrischungsimpfung
  2. für Schülerinnen und Schüler bis 16 Jahre: Sie können ab 16 Jahren können anstelle eines negativen Coronatests eine Schulbescheinigung vorlegen
  • Als Testnachweis gilt ein negatives Schnelltestergebnis aus einem Testzentrum sowie ein negativer PCR-Test. Der Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein, der PCR-Test nicht älter als 48 Stunden. Schnelltests im Rahmen eines betrieblichen Testkonzepts gelten ebenfalls als anerkannte Testergebnisse.
  • Masken: Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske im öffentlichen Personenverkehr und im Einzelhandel sowie Geschäften des täglichen Bedarfs für alle Kundinnen und Kunden ab 16 Jahren.
  • Treffen: Bei privaten Feiern und Zusammenkünften dürfen höchstens zehn Personen teilnehmen. Die Regelung gilt sowohl für Treffen unter freiem Himmel als auch in geschlossenen Räumen. Kinder unter 14 Jahren sind hiervon ausgenommen.
  • Veranstaltungen: Veranstaltungen dürfen in Innenräumen mit bis zu 250 Teilnehmern und unter freiem Himmel mit bis zu 500 Besuchern stattfinden.

Regelungen können sich auch stets kurzfristig ändern. Die offiziellen, behördlichen Informationen finden Sie unter www.bremen.de, www.bremerhaven.de und auf der Seite vom Gesundheitsressorts Bremen.

So wird die Hospitalisierungsrate in Bremen und Bremerhaven berechnet

Bild: DPA | Marijan Murat

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Januar 2022, 19:30 Uhr