Bremen bleibt nach Stiko-Empfehlung beim Impfangebot für alle Kinder

Eine Nadel sticht in einen Kidnerarm.
Ab dem 13. Dezember soll der Kinder-Impfstoff von Biontech in Deutschland ausgeliefert werden. (Symbolbild) Bild: DPA | Fabian Sommer
  • Ständige Impfkommission empfiehlt Corona-Impfung nur für Kinder mit Vorerkrankungen
  • Auf "individuellen Wunsch" sollten Impfungen aber für alle Kinder möglich sein
  • Ab Dienstag öffnet in Bremen ein Impfzentrum für Kinder ab fünf Jahren

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will die Corona-Impfung Kindern von fünf bis elf Jahren mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten empfehlen – jedoch nicht allgemein für alle Kinder. Aber auch gesunde Kinder sollten auf Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung geimpft werden können, teilte das Expertengremium am Donnerstag zu einem Beschlussentwurf mit.

Für das geplante Bremer Kinderimpfzentrum hat die Positionierung der Stiko keine Auswirkungen, heißt es aus dem Gesundheitsressort. In der Altersgruppe bleibe es eine "sehr individuelle Entscheidung", so der Behördensprecher.

Wir werden unser Impfangebot für alle Kinder ab fünf Jahren trotzdem unterbreiten.

Lukas Fuhrmann, Sprecher Gesundheitsbehörde

Kinderarzt Stefan Trapp hält den Empfehlungsentwurf der Stiko für eine pragmatische Lösung. Durch die Zulassung sei klar, dass der Impfstoff für Kinder sicher ist und wirkt – und dass es keine sehr häufigen Nebenwirkungen gebe, sagt der Vorsitzende des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte in Bremen. "Was wir nicht wissen ist, ob es vielleicht sehr seltene Nebenwirkungen gibt." Auf der anderen Seite seien aber in anderen Ländern schon Millionen von Kindern geimpft worden, ohne das seltene Nebenwirkungen bekannt wurden. Es fehle aber noch die systematische Auswertung. Grundsätzlich hält Trapp es deshalb für sinnvoll, eine allgemeine Empfehlung der Stiko abzuwarten. Gleichzeitig gehe er aber davon aus, dass die Impfung im breiten Einsatz sicher ist.

Das führt dazu, dass man sagen kann: Wer gesund ist, und ein gesundes Kind hat, kann die allgemeine Empfehlung abwarten. Man kann aber auch aus individuellen Gründen schon jetzt die Impfung wählen.

Stefan Trapp, Vorsitzender des Bremer Berufsverbandes der Kinder und Jugendärzte

Damit bestätige sich aus seiner Sicht der Weg, den die Bremer Gesundheitsbehörde eingeschlagen habe: "Ein Angebot zu machen, aber keinen Druck", sagt Trapp. Er gehe davon aus, dass auch viele Kinderarzt-Praxen bald Impfungen für Kinder ab fünf Jahren anbieten werden. Entscheidender als die Stiko-Empfehlung sei dabei, ob in der kommenden Woche auch wirklich der Kinder-Impfstoff in Bremen ankommt. Seit der Zulassung könne dieser ganz normal verimpft werden. "Die Stiko-Empfehlung bedeutet nur eine wissenschaftliche Absicherung und bei normalen Impfungen, dass die Kassen die Kosten übernehmen müssen. Bei Corona übernimmt diese aber der Staat."

Geringes Risiko für schwere Verläufe bei Kindern

Bei dem Beschlussentwurf handelt es sich noch nicht um eine finale Stiko-Empfehlung, es läuft nun noch ein Abstimmungsverfahren mit Fachgesellschaften und Ländern. Änderungen seien noch möglich. "Zwar ist die 7-Tages-Inzidenz in der Altersgruppe sehr hoch, so dass man davon ausgehen kann, dass ohne Impfung ein Großteil der Fünf- bis Elfjährigen mittelfristig infiziert werden wird, allerdings verlaufen die meisten Infektionen asymptomatisch", teilte die Stiko mit.

Kinder ohne Vorerkrankungen in dieser Altersgruppe hätten derzeit ein geringes Risiko für schweres Covid-19, Krankenhauseinweisung und Intensivbehandlung, teilte die Stiko mit. Hinzu komme, dass das Risiko seltener Nebenwirkungen der Impfung auf Grund der eingeschränkten Datenlage für diese Altersgruppe derzeit nicht eingeschätzt werden könne. Daher spreche die Stiko für Kinder ohne Vorerkrankungen in dem Alter "derzeit keine generelle Impfempfehlung aus".

Das sagt Bremens Gesundheitssenatorin zur Impf-Empfehlung für Kinder

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. Dezember 2021, 19:30 Uhr