Für diese zusätzlichen Corona-Regeln sorgt in Bremen das Hausrecht

Weggeworfener Mundschutz liegt in einer Fußgängerzone auf dem Boden (Symbolbild)
Zwar ist das Tragen einer Maske an weniger Orten vorgeschrieben als noch im März. Erwünscht sind die Masken jedoch weiterhin insbesondere in allen Innenräumen. Bild: Imago | Wolfgang Maria Weber

Zwar sind mit dem 2. April viele Corona-Regeln in Bremen weggefallen. Aber eben nicht alle und auch nicht überall. Wir erklären, welche Regeln wo für wen gelten.

Grundsätzlich greift in Bremen seit dem 2. April die "Erste Verordnung zum Basisschutz vor Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-Cov-2", auch "Erste Corona-Basisschutzmaßnahmenverordnung" genannt. Mit dieser Verordnung hat das Land Bremen einen Großteil der zuvor geltenden Corona-Regeln aufgehoben. Einige Regeln aber gelten weiterhin, auch weil mancherorts die Gastgeber aufgrund ihres Hausrechts den Gästen zusätzliche Schutzmaßnahmen auferlegen. Ein kleiner Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

1 Maskenpflicht

Eine Maskenpflicht gilt nach der Verordnung weiterhin in Arztpraxen, Krankenhäusern, Tageskliniken sowie in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen. Außerdem gilt sie im öffentlichen Personennahverkehr: sowohl für die Fahrgäste als auch für das Personal sämtlicher Busse, Züge und Straßenbahnen und in "vollständig geschlossenen Räumen" wie Bahnhöfen und Vorverkaufsstellen.

Kraft ihres Hausrechts können aber auch beispielsweise Geschäfte des Einzelhandels, Vereine oder Behörden verlangen, dass Gäste eine Maske tragen. Eine einheitliche Regelung für alle Behörden hierzu gibt es im Land Bremen aber nicht, sagt Diana Schlee, Pressereferentin des Gesundheitsressorts.

An den meisten Orten erfüllen Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren im Land Bremen die Maskenpflicht durch das Tragen einer FFP2-Maske oder einer medizinischen Maske. Allerdings gibt es auch Orte, an denen die Gastgeber eine FFP2-Maske verlangen, eine OP-Maske also nicht genügt. So ist beispielsweise im Science Center "Universum" die FFP2-Maske für alle ab 16 Jahren vorgeschrieben.

2 Allgemeine Testpflicht

Ein Mann in einem Schutzanzug führt einen Corona-Test durch.
An Orten wie Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen werden weiterhin aktuelle Coronatests von den Besuchern verlangt. Bild: Imago | Sven Simon

Die Allgemeine Testpflicht gibt es laut Verordnung nur noch in Krankenhäusern, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, in Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber sowie in Justizvollzugsanstalten. In der Regel entfällt die Testpflicht für dreifach geimpfte und für genesene Personen – aber nicht überall. So können beispielsweise Krankenhäuser aufgrund ihres Hausrechts von Besuchern verlangen, dass sie sich auch dann am Tage ihres Besuchs testen lassen, wenn sie bereits dreifach oder gar vierfach geimpft sind.

3 Testpflicht an Kitas und Schulen

In Kitas und Schulen bleibt es bei der bisherigen Regel: bei der Pflicht zu drei Tests pro Woche. Dazu teilt Maike Wiedwald, Sprecherin des Bildungsressorts, mit: "In den Schulen wird in der ersten Schulwoche nach den Osterferien (ab Mittwoch, 20. April, die Redaktion) an jedem der drei Unterrichtstage getestet, in der zweiten Unterrichtswoche testen sich die Schülerinnen und Schüler dreimal pro Woche."

Ab 1. Mai soll es Wiedwald zufolge nur noch eine anlassbezogene Testpflicht in Bremens Kitas und Schulen geben. "Ein Anlass ist bei erkältungsähnlichen Symptomen gegeben", fügt die Sprecherin beispielhaft hinzu. Ein weiterer denkbarer Anlass wäre etwa eine geplante Klassenfahrt.

4 Isolation und Quarantäne

Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat, ist dazu verpflichtet, sich in Isolation zu begeben – und zwar "ab der Kenntnis der labordiagnostischen Bestätigung einer Infizierung", wie es in der Verordnung heißt. Nach sieben Tagen kann sich die betreffende Person freitesten. Ohne diesen negativen Testnachweis entfallen die Isolationsauflagen laut Verordnung "frühestens" nach zehn Tagen. Eine Quarantäne für Kontaktpersonen ist seit dem 2. April nicht mehr vorgeschrieben.

5 Ausnahmen

Aufgrund des Hausrechts der Gastgeber kommt es vielerorts zu Ausnahmen von den Regeln aus der Corona-Basisschutzverordnung. So können beispielsweise Kneipen und Gaststätten weiterhin von ihren Gästen verlangen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Auch die Bremer Bäder gewähren ihren Gästen weiterhin nur nach der alten 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) Einlass. Außerdem gilt in den Bädern zum Teil weiterhin die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske.

6 Empfehlungen

Unabhängig davon, dass viele Corona-Regeln mit dem 2. April weggefallen sind, empfiehlt das Gesundheitsressort den Menschen in Bremen und Bremerhaven weiterhin, altbekannte Regeln weiter einzuhalten. Dazu zählt das Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen und das Testen vor Veranstaltungen oder auch vor dem Kontakt zu besonders gefährdeten Menschen. Auch die Abstandsregeln und eine gute Handhygiene seien weiterhin wichtig.

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Bild: Radio Bremen

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