Senat beschließt neue Corona-Verordnung für Bremen

Diese neuen Corona-Maßnahmen greifen ab Freitag im Land Bremen

Video vom 28. September 2021
Zahlreiche Menschan laufen in der Sögestraße in Bremen
Bild: Imago | Schöning
Bild: Imago | Schöning
  • Senat einigt sich auf Stufenmodell für Corona-Regeln
  • Hospitalisierungsrate wird neuer Leitindikator
  • Vorgaben sollen am 1. Oktober in Kraft treten

Der Bremer Senat hat am Dienstag in seiner Sitzung erwartungsgemäß eine neue Corona-Verordnung beschlossen. Sie beinhaltet ein Stufenmodell und bekommt einen neuen Leitindikator. Die Hospitalisierungsrate ersetzt die Sieben-Tage-Inzidenz.

Die Stufen der Hospitalisierungsrate

Sie zeigt die Anzahl der Neuaufnahmen von Corona-Patientinnen und -Patienten aus dem Land Bremen in den Kliniken innerhalb der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner. Die Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven werden getrennt betrachtet. Eine neue Stufe tritt dann in Kraft, wenn der aktuell geltende Inzidenzgrenzwert an fünf aufeinander folgenden Tagen über- oder unterschritten wird. Diese Stufen gibt es:

Stufe 0: Hospitalisierungsinzidenz liegt zwischen 0 bis 3

Stufe 1: Hospitalisierungsinzidenz > 3 bis 6

Stufe 2: Hospitalisierungsinzidenz > 6 bis 12

Stufe 3: Hospitalisierungsinzidenz > 12

Mit der 29. Coronaverordnung ändern sich auch die Vorgaben. Abhängig von der jeweils erreichten Warnstufe gelten neue Regeln.

Abstand

Stufen 0 und 1: In den Stufen 0 und 1 wird empfohlen, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten. Darüber hinaus werden Hygienemaßnahmen und das Belüften geschlossener Räume empfohlen.

Stufen 2 und 3: In den Stufen 2 und 3 muss außerhalb der eigenen Wohnung ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Davon ausgenommen sind:

  • Enge Familienangehörige und alle Angehörigen eines Hausstandes,
  • Zusammenkünfte zweier Hausstände oder von bis zu zehn Personen aus verschiedenen Hausständen, wobei Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren ausgenommen sind,
  • Einrichtungen oder Veranstaltungen, für die der Zutritt nach dem 2-G-Zugangsmodell geregelt ist,
  • die Ausübung von Sport,
  • die Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege,
  • der Unterricht und die Betreuung an Schulen, soweit das Kohortenprinzip vorgesehen ist,
  • die Teilnahme am Lehrveranstaltungen und Prüfungen sowie die Nutzung von Lernplätzen der Hochschulen, der Staats- und Universitätsbibliothek sowie der Hochschule für Öffentliche Verwaltung,
  • körpernahe Dienstleistungen sowie Handwerksleistungen, bei denen ein Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann, sind erlaubt, wenn entsprechende Hygienemaßnahmen getroffen werden.

Mund-Nasen-Bedeckung

In allen Stufen (0-3) besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Öffentlichen Personenverkehr, in Verkaufsstätten in geschlossenen Räumen und bei Großveranstaltungen ab 5.000 Personen. Dies gilt nicht für Großveranstaltungen, die den Zutritt nach der 2-G-Option umsetzen.

Ist die Stufe 2 oder 3 erreicht, besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in sonstigen geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind, soweit kein geeignetes Schutz- und Hygienekonzept vorliegt. Dies gilt nicht für Einrichtungen oder Veranstaltungen, die den Zutritt nach der 2-G-Option umsetzen.

Veranstaltungen

Tausende Zuschauer in einer Konzerthalle
Für Großveranstaltungen gelten besondere Regeln. (Symbolbild) Bild: Imago | Addictive Stock

In den Stufen 0 und 1 gibt es keine Kapazitätsbeschränkungen für Veranstaltungen.

In der Stufe 0 müssen die Verantwortlichen der Veranstaltung ein Hygiene- und Schutzkonzept vorlegen.

Ab Stufe 1 gilt die 3-G-Regelung im Innenbereich: Getestet, Geimpft oder Genesen.

Ab Stufe 2 gilt im Innenbereich die 3-G-Regelung mit Kapazitätsbeschränkungen, Abstandsregeln und die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Ab Stufe 2 besteht die Möglichkeit durch ein optionales 2-G-Modell (nur Geimpft und Genesen) die Beschränkungen von Abstand, Kapazitätsbeschränkungen und Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu vermeiden.

Für Großveranstaltungen ab 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gilt in den Stufen 0 bis 2 die 3-G-Regel mit den bekannten Schutzauflagen (Abstand, Kapazitätsbegrenzung, maximal 25.000 Personen, Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Innenbereich). Mit der optionalen Einführung eines 2 G-Modells können die Beschränkungen entfallen. Die Vorlagepflicht eines Hygienekonzeptes und die Genehmigungspflicht bleiben bestehen.

Wird von dem Betreiber oder Verantwortlichen einer Einrichtung oder einer Veranstaltung das 2-G-Modell angewendet, muss von den Betreibern für nicht geimpftes und nicht genesenes Personal eine erforderliche Testung organisiert werden. Personal, das nicht geimpft und nicht genesen ist, muss sich im Zuge des 2-G-Models täglich testen.

Quarantäneregelung für Kontaktpersonen

Gemäß den aktualisierten Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts hat der Senat die Quarantäneregelungen für Kontaktpersonen angepasst: Kontaktpersonen müssen sich für zehn Tage seit dem letztmaligen engen Kontakt mit der infizierten Person in Quarantäne begeben. Die Quarantäne kann frühestens am fünften Tag mit einem tagesaktuellen negativen PCR-Test oder am siebten Tag mit einem tagesaktuellen Antigen-Schnelltest beendet werden.

Rückblick: Diese neuen Corona-Regeln gelten in Bremen ab Oktober

Video vom 21. September 2021
Claudia Bernhard im Interview.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 28. September 2021, 19:30 Uhr