Fragen & Antworten

Corona-Infektion – und jetzt? Worauf Bremer achten müssen

Coronatest positiv
Bild: Imago | Action Pictures

Immer mehr Menschen in Bremen erhalten positive Corona-Tests. Wie lange muss man sich isolieren? Was ist mit anderen Personen im Haushalt? Wann sollte man zum Arzt? Ein Überblick.

Die Bremer Corona-Fälle häufen sich zurzeit rasant, zum Jahresbeginn überschreitet das Bundesland erstmals die Marke von 1.000 Neuinfektionen am Tag. Entsprechend klettert auch die 7-Tage-Inzidenz in bislang unbekannte Höhen. In den kommenden Tagen dürfte daher so manchen Bremer die Situation ereilen, dass Selbst-, Schnell- oder PCR-Test ein positives Ergebnis zeigen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die aktuellen Regeln und erklären, was wann zu tun ist.

Bin ich wirklich infiziert?
Zwei Striche auf dem Selbsttest sind natürlich erst mal ein kleiner Schock – müssen aber noch nicht zwingend heißen, dass man tatsächlich mit Sars-CoV-2 infiziert ist. Ebenso sind die Tests bei einer geringeren Viruslast nicht allzu verlässlich, so der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb. Mehrfach testen ist ihm zufolge eine Option – wirkliche Sicherheit bietet aber nur der PCR-Test, den man in einem Testzentrum kostenfrei durchführen lassen kann, sollte der Selbsttest ein positives Ergebnis anzeigen. Ebenfalls kostenlos ist die PCR-Testung in folgenden Fällen: Bei positivem Ergebnis eines PCR-Pooltests, eines offiziellen Antigen-Schnelltests in einer Teststation oder nach dem Kontakt zu einem schon bestätigten Covid-19-Fall sowie bei einer roten Warnmeldung in der Corona-Warn-App.
Welche Regeln gelten mit Blick auf die Isolierung?
Solange das PCR-Ergebnis auf sich warten lässt, was in der Regel bis zu 48 Stunden dauert, gilt: Zuhause isolieren, Kontakte vermeiden, auf Nummer sichergehen. Kommt das Ergebnis dann und bestätigt den Verdacht, muss sich der oder die Betroffene in eine Isolierung begeben. Die wird vom zuständigen Gesundheitsamt angeordnet. Dabei gelten bestimmte Verhaltens- und Hygieneregeln.

Wem Isolierung angeordnet wurde, der darf das Zuhause nicht verlassen und keinen Besuch empfangen. Auch Kontakt an der Haustür sollte unterbleiben. Schwierig wird es natürlich, wenn man in Wohngemeinschaften oder zusammen mit der Familie wohnt. Dahingehend gilt Folgendes: Ungeimpfte Haushaltsangehörige gelten grundsätzlich als enge Kontaktpersonen und stehen somit unter häuslicher Quarantäne, während vollständig Geimpfte oder Genesene (die Infektion muss hier weniger als sechs Monate zurückliegen) nicht als enge Kontaktpersonen erfasst werden.

Unabhängig vom Impfstatus sollte sich die infizierte Person laut RKI möglichst getrennt von anderen Personen in einem Einzelzimmer aufhalten. Gemeinschaftsräume wie Küche oder Bad sollten nicht häufiger als unbedingt nötig genutzt und regelmäßig gelüftet werden. Kontakt zu anderen Haushaltsangehörigen sollte es nur geben, wenn deren Unterstützung benötigt wird – auch das dann aber mit Maske und 1,5 Metern Abstand.
Was sollte ich beim Krankheitsverlauf beachten?
Mit welchen Symptomen eine Covid-19-Erkrankung einhergeht oder ob sie das überhaupt tut, ist von mehreren Faktoren abhängig – etwa Gewicht, Alter oder Vorerkrankungen. Wer geimpft und zusätzlich geboostert ist, kann in den meisten Fällen mit einem milderen Verlauf rechnen als ungeimpfte Personen.

Zu den häufigsten und milden Symptomen gehören laut Robert Koch-Institut (RKI-Coronavirus-Steckbrief) vor allem Husten, Fieber, Schnupfen und Störungen des Geruchs- und oder Geschmackssinns. Weitere Symptome können Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeine Schwäche, aber auch Magen-Darm-Beschwerden sein. Bindehautentzündung, Hautausschlag und Lymphknotenschwellungen sind ebenfalls möglich. Auch andere Organe und Organsysteme wie das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem, Leber und Nieren können betroffen sein.

Zur Behandlung zu Hause rät das Bundesgesundheitsministerium Erkrankten folgendes: Viel ausruhen und schlafen, ausgewogen ernähren – und möglichst viel trinken. Bei Infektionen benötigt der Körper nämlich mehr Flüssigkeit als im gesunden Zustand.

Warum Bremens hohe Corona-Inzidenz auch Grund zur Hoffnung bietet

Bild: Radio Bremen
Wann muss ich zum Arzt oder gar ins Krankenhaus?
Hier rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, den eigenen Krankheitsverlauf genau zu beobachten. Sollten sich die Symptome innerhalb der ersten Woche nicht verbessern oder gar merklich verschlechtern, kann zunächst eine telefonische Absprache mit dem Hausarzt erfolgen. Auch die Bremer Corona-Hotline (0421/115) informiert bei Bedarf.

Auf keinen Fall sollte man einfach unangekündigt beim Hausarzt auftauchen, denn dadurch könnte man andere Patienten gefährden. Den Notruf sollte man tatsächlich nur im Notfall wählen – etwa bei dem Gefühl, nicht mehr genug Luft zu bekommen und in Atemnot zu verfallen.
Wann ist meine Isolierung vorbei? Kann ich sie verkürzen?
Wer positiv getestet wurde, muss laut Corona-Verordnung für 14 Tage in Isolation. Die Isolation endet aber nur, wenn der Infizierte mindestens 48 Stunden ohne Symptome ist, der behandelnde Arzt seine Zustimmung gegeben hat oder ein negatives Testergebnis vorliegt. Allerdings wird auf Bundesebene aktuell über eine Anpassung der Isolations- und Quarantäne-Zeiten diskutiert.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier läuft, 6. Januar 2022, 13:15 Uhr