Bremer Hausärzte-Chef rät Älteren, nicht auf neuen Impfstoff zu warten

Corona Injektion
Bild: DPA | Michael Bihlmayer
  • Bremer Hausärzte-Chef rät Älteren jetzt zu Booster-Impfungen
  • Nicht auf angepasste Virusvarianten-Impfstoffe warten
  • Alle Impfstoffe wirksam gegen schwere Krankheitsverläufe

Der Chef des Bremer Hausärzteverbands, Hans-Michael Mühlenfeld, empfiehlt Corona-Risikopatienten und älteren Menschen, nicht mit einer Auffrischungsimpfung zu warten. "Ich sage meinen Patienten ganz klar: Nicht warten, sondern impfen", sagte Mühlenfeld im Interview mit Bremen Eins.

Die schon jetzt verfügbaren Corona-Impfstoffe schützten genauso effektiv vor schweren Krankheitsverläufen wie die an die neuen Virusvarianten angepassten Impfstoffe, die theoretisch ab heute in Deutschland verfügbar sein sollen. Wann die neuen Impfstoffe in Bremen tatsächlich verfügbar sein werden, ist derzeit noch unklar.

Mühlenfeld betonte, dass die neuen Impfstoffe nicht unbedingt wirksamer seien als die schon jetzt verfügbaren Mittel.

Ob der neue Impfstoff, der angekündigt ist, besser ist, weiß kein Mensch. Es gibt keine Daten dazu, das sind rein theoretische Überlegungen, die dazu geführt haben.

Chef des Bremer Hausärzteverbands, Hans-Michael Mühlenfeld

Außerdem gab der Hausärzte-Chef zu bedenken, dass nach wie vor unklar ist, wann sich Bremerinnen und Bremer überhaupt mit den angepassten Vakzinen impfen lassen könnten. Bislang sind die neuen Impfstoffe in Arztpraxen und Impfzentren in Bremen noch nicht erhältlich. Risikopatienten und Menschen über 60 Jahren sollten sich deshalb jetzt impfen lassen – "unabhängig davon, welcher Impfstoff beim Arzt im Kühlschrank vorhanden ist".

Epidemiologe: Bisherige Impfstoffe bieten "guten Schutz"

Auch nach Ansicht des Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb sind die bisherigen Impfstoffe nach wie vor eine gute Wahl. Sie böten insbesondere gegen schwere Krankheitsverläufe einen guten Schutz, sagte er im Interview mit Bremen Vier. Er empfiehlt Impfungen für alle älteren Menschen, deren dritte Impfung oder Corona-Infektion mindestens sechs Monate zurückliegt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 5. September 2022, 9:10 Uhr