Bremer Polizei verhindert Eskalationen bei Corona-Demonstration

Gegendemonstranten zur "Querdenker"-Demo in Bremen stehen Polizisten gegenüber.
Bild: DPA | Sina Schuldt
  • Zwei Demonstrationsgruppen treffen in Bremer City aufeinander.
  • Polizei muss Eskalation mit Großaufgebot verhindern.
  • Weitere Kundgebungen unter anderem in Bremerhaven, Oldenburg und Delmenhorst.

Die Bremer Polizei hat nach eigenen Angaben am Montagabend eingegriffen, als in der City zwei Demonstrations-Gruppen aufeinander trafen. Zunächst waren laut Polizei gegen 17:30 Uhr auf dem Marktplatz rund 350 Menschen zu einer angemeldeten Kundgebung zusammengekommen. Etwa zeitgleich hätten sich in der Altstadt bis zu 40 Gegner der Corona-Maßnahmen zu einer unangemeldeten Kundgebung versammelt. Diese wurden von der Polizei in die Nähe des Landgerichts verwiesen.

Allerdings gerieten die Gegner der Corona-Maßnahmen in den Fokus von etwa 200 Teilnehmern der anderen Demonstration, wie die Polizei weiter mitteilte. Laut Polizei trafen im Bereich Sandstraße Ecke Violenstraße insgesamt etwa 100 Menschen direkt aufeinander. Die Polizei konnte beide Seiten mit Hilfe eines großen Aufgebotes trennen, musste aber immer wieder weitere Eskalationen verhindern. Der Organisator der großen Kundgebung, Carsten Koczwara, sagte buten un binnen, die Konfrontationen hätten außerhalb seiner Veranstaltung stattgefunden.

Bei der Auseinandersetzung wurde ein Mensch verletzt und musste vor Ort behandelt werden. Auch ein Polizist wurde attackiert, blieb aber unverletzt. Der mutmaßliche Angreifer wurde gefasst und ins Gefängnis gebracht, da gegen ihn ein Haftbefehl vorlag.

Organisator: Kundgebung hatte mehrere Motive

Die Polizei bezeichnete die beiden Gruppen als Befürworter und Gegner der Corona-Maßnahmen. Die Kundgebung mit etwa 350 Teilnehmern stand unter dem Motto "Für solidarische Krisenbewältigung gegen Hetze und Corona-Ignoranz". Organisator Koczwara erklärte buten un binnen, für ihn bedeute "solidarisch" in diesem Zusammenhang, dass es selbstverständliche Maßnahmen gibt, die mitgetragen werden sollten. Darunter das Maskentragen und das Impfen – damit Krankenhäuser nicht überlastet werden und Ungeimpfte mit schweren Verläufen die Betten nicht blockierten. Aufmerksam machen wolle er auch darauf, dass sich unter die Gegner der Corona-Auflagen zunehmende Rechtsextreme und Reichsbürger mischten, denen es nur "ansatzweise" um Corona gehe. Auch Kritik an der Corona-Politik wolle er deutlich machen: Zum Beispiel, dass der Infektionsschutz bei Kindern in Schulen und Kitas nicht ausreichend sei", sagte Koczwara buten un binnen.

Weitere Corona-Kundgebungen in der Region

Proteste von Gegnern und Befürwortern der Corona-Politik gab es unter anderem auch in Bremerhaven, Wildeshausen, Delmenhorst, Verden und Oldenburg. Es blieb aber weitgehend friedlich. In Delmenhorst beispielsweise schützten rund 600 Menschen das Rathaus symbolisch gegen "antidemokratisches Gedankengut". Etwa 440 Personen beteiligten sich in mehren Gruppen an Protestzügen gegen die Coronamaßnahmen.

In Verden bildeten 350 Teilnehmer in der Fußgängerzone eine Menschenkette gegen Rechts. Die gut 500 Gegner der Corona-Maßnahmen protestierten weitgehend schweigend gegen eine drohende Impfpflicht und gegen die aktuelle Corona-Politik.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 18. Januar 2022, 9 Uhr