Böllerverbot macht Bremerhavener Feuerwerkhersteller Comet zu schaffen

Feuerwerk-Verkauf in Bremerhaven
Bild: Radio Bremen

Der Bremerhavener Feuerwerkhersteller Comet darf zu Silvester keine Raketen und Böller verkaufen – das zweite Jahr in Folge. Insolvenz droht aber nicht.

Wer auf einem Pulverfass sitzt und sein Schicksal einer einzigen Nacht anvertraut, hat eigentlich ein Problem. Für den Bremerhavener Feuerwerkshersteller Comet ist das jedoch mehr oder minder Teil des Geschäftsmodells – es sei denn, es herrscht Pandemie. Denn auch in diesem Jahr hat der Bundesrat mit den Stimmen Bremens kurz vor Weihnachten entschieden, fällt das große Böllern und Raketenschießen an Silvester aus. So sollen Unfälle mit Feuerwerkskörpern vermieden und teils überlastete Krankenhäuser geschont werden.

Ein Paket mit unterschiedlichem Tisch- und Kinderfeuerwerk von Comet in Bremerhaven. (Archivbild)
In diesem Jahr sind zu Silvester nur kleine Knallereien erlaubt, Raketen und Böller bleiben Verboten. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Die gelagerten Raketen, auf denen Comet damit schon seit 2020 sitzt, dürfen damit auch zum zweiten Corona-Silvester in Folge nicht verkauft und gezündet werden. Gleichzeitig ist der Termin für eine geräuschlose Rückabwicklung der diesjährigen Geschäfte längst verstrichen. "Es gibt einen Zeitpunkt, an dem man nur nach vorne planen kann, weil man eine Vereinbarung mit dem Handel und den Spediteuren hat", sagt Jens Thomas, Marketing-Manager beim Bremerhavener Unternehmen. Bis zum tatsächlichen Beschluss habe Comet nicht mit einem erneuten Verkaufsverbot gerechnet. "Das war natürlich ein großer Schock", sagt er. Die ersten Waren seien bereits auf dem Weg in den Handel gewesen.

Bis zu 95 Prozent der Umsätze fallen weg

Fast 95 Prozent seines Jahresumsatzes von 50 Millionen Euro erwirtschaftet Comet allein mit den Verkäufen vor Silvester. "Entsprechend ist alles auf diese drei Verkaufstage getaktet", sagt Thomas. Jetzt müssten fast alle Prozesse, die vorher in Richtung Handel in Bewegung gesetzt worden sein, rückabgewickelt werden. Was bleibt ist das kleine Geschäft mit Knallerbsen, Tischfontänen und Co. – für die nach Firmenangaben rund 200 Mitarbeiter von Comet ein herber Schlag.

Eine Insolvenz drohe dem Unternehmen laut Thomas aber nicht. Durch die Unterstützung eines chinesischen Investors seien die Arbeitsplätze gesichert. Nicht zuletzt sollen die vom Feuerwerksverbot betroffenen Unternehmen dem Bund-Länder-Beschluss zufolge Staatshilfen erhalten. Wieviel genau, ist allerdings noch offen. Comet setzt nun auf das kommende Jahr. "Wir denken schon und hoffen auch darauf, dass wir dann wieder ganz normal verkaufen dürfen", sagt Thomas.

Autorinnen und Autoren

  • Sina Derezynski
  • Kristian Klooß Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Next, Next am Morgen, 29. Dezember 2021, 11:10 Uhr