Fragen & Antworten

Wieso die B75 oft verstopft ist – und ab wann es besser werden könnte

Ein Stau auf der B75 in Bremen
Wer in Bremen über die Bundesstraße 75 fährt, muss mitunter viel Geduld mitbringen. Bild: DPA | Sina Schuldt

Geplant für einen Feldzug zu Pferd, ist die B75 bei Bremen heute eine Lieblingsstrecke der Lkw. Wer hier im Stau steht, hat Zeit für unnütze Gedanken. Ein paar Anregungen.

Nach der A1 ist sie die meistbefahrene Straße Bremens: die B75. Der Haken an der Sache: Sie ist gar nicht für so viele Lkw und Pkw ausgelegt – und daher ständig verstopft. Jetzt sieht die B75 neuen Baustellen entgegen. Was sich außerdem über Bremens wichtigste Autoverbindung zum Nordwesten zu wissen lohnt.

Was hat Napoleon mit der B75 zu tun?
Was Napoleon mit dem Bau der B75 zu tun hatte, lässt sich heute am besten im niedersächsischen Scheeßel nachvollziehen. Die Gegend zählte Anfang des 19. Jahrhunderts zum französischen Kaiserreich. Davon zeugt mitten in Scheeßel ein Meilenstein. Er markiert jene Stelle der 1811 bis 1813 erbauten Straße, an der die Franzosen Wegegeld kassierten. Ihr Kaiser hieß zu dieser Zeit Napoleon.

"Relativ hoch" sei die Maut gewesen, sagt Heinz Promann, Gemeindearchivar Scheeßels. Daher hätten die Fuhrleute die Straße anfangs sogar tunlichst gemieden. Allerdings hieß die Chaussee von damals noch nicht "B75", auch fuhren dort nur Kutschen. Napoleon hatte die Strecke zwischen Bremen und Hamburg für den schnellen Truppentransport geplant: für den Russland-Feldzug.
Wie viele Pkw und wie viele Lkw fahren heute täglich über die B75 auf Höhe Bremens?
Je nach Abschnitt sind es jeden Tag 40.000 bis 75.000 Fahrzeuge, nimmt man beide Richtungen zusammen, teilt die Autobahngesellschaft des Bundes mit. Der Anteil der Lkw mit über 3,5 Tonnen Gewicht liegt bei 5,5 bis 10 Prozent der Fahrzeuge. Die Verkehrsbelastung der B75, die auf Höhe der Neustadt nahtlos in die B6 übergeht, wird umso größer, je näher die Straße der Bremer Innenstadt kommt. Das Verkehrsaufkommen auf der B75 in Höhe Bremens ist den Verkehrsmengenkarten der Freien Hansestadt Bremen zufolge in den letzten rund 15 Jahren etwa gleich geblieben.
Wieso gibt es trotz des hohen Verkehrsaufkommens keine leistungsfähigen Alternativen zur B75 für den Autoverkehr?
Der Autoverkehr, insbesondere der Schwerlastverkehr, habe seit den 1960er Jahren insbesondere in den Ballungsräumen viel stärker zugenommen, als man damals vorhergesehen habe, sagt Patrick Amrhein, Sprecher der Autobahngesellschaft des Bundes. Daher seien viele Straßen, die damals geplant oder erweitert worden seien, rückblickend betrachtet nicht groß genug ausgelegt worden.

Wenn der Verkehr auf der B75 bei Bremen umgeleitet werden müsse, werde der Verkehr im überregionalen Verkehrsnetz über die A1, die A27 und über die B6 geführt sowie künftig über den Neubauteil der A281. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 sei zudem der achtstreifige Ausbau der A1 zwischen dem Autobahnkreuz Bremen und der Landesgrenze Bremen/Niedersachsen vorgesehen.
Wo gibt es derzeit Baustellen auf der B75 bei Bremen, wo sind welche geplant?
Seit Mai vorigen Jahres und voraussichtlich noch bis Ende Januar 2023 erneuert die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) die Brücke über die Varreler Bäke. Der Verkehr wird hier in beiden Fahrtrichtungen einspurig geführt.

Weitere Baustellen auf der B75 in und um Bremen sind für den Juli dieses Jahres geplant, teilt die Autobahngesellschaft des Bundes mit. So werde am Übergang der B75 zur B6 in Richtung A27 an der Abfahrt zur A281 eine Schadstelle saniert: vom 22. bis zum 25. Juli. Die Abfahrt auf die A281 wird in dieser Zeit gesperrt.

Eine weitere Schadstelle am Übergang der B75 zur B6 in Richtung A27 wird zwischen der Abfahrt Duckwitzstraße und der Abfahrt zur A281 vom 25. bis zum 28. Juli saniert. Die Abfahrten sollen in dieser Zeit aber frei bleiben und der Verkehr einspurig in Richtung A27 geführt werden.

So ergeht es Pendlern auf der Bremer B75

Bild: DPA | Sina Schuldt

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. Juni 2022, 19.30 Uhr