Bundesgerichtshof: Ermittler dürfen geknackte Encrochat-Daten nutzen

Jemand benutzt in einer dunklen Umgebung Laptop und Smartphone (Symbolbild)

Bundesgerichtshof: Ermittler dürfen geknackte Encrochat-Daten nutzen

Bild: Imago | Westend61
  • Verurteilter Drogenhändler klagte gegen Nutzung der Handydaten
  • Bremer Ermittler werten Encrochat-Daten bergeweise aus
  • BGH stärkt Ermittler in ihrem Vorgehen

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Rechte der Ermittler bei schweren Straftaten gestärkt. Sie dürfen verschlüsselte Handydaten des Anbieters Encrochat benutzen, wenn sie dadurch schwere Straftaten aufklären können. Das hat der BGH am Vormittag entschieden.

Hintergrund ist, dass französische Fahnder die verschlüsselten Chats knacken und dann lesen konnten. Ihre Erkenntnisse leiteten sie dann an die deutsche Justiz weiter. Geklagt hatte ein verurteilter Drogenhändler aus Hamburg, der über die Encrochat-Daten überführt wurde.

Ermittler knackten Encrochat-Netzwerk vor rund zwei Jahren

Auch die Bremer Behörden ermitteln seit einiger Zeit durch geknackte Handydaten immer wieder Straftäter. Seitdem französische und niederländische Polizisten im Frühjahr 2020 das verschlüsselte Netzwerk des Anbieters Encrochat infiltriert haben, haben die Bremer Behörden 143 Ermittlungsverfahren eingeleitet (Stand November 2021).

Encrochat-Ermittlungen: Bremer Senat investiert 14 Millionen Euro

Bild: DPA | Jochen Tack

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 25. März 2022, 11 Uhr