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BSAG-Mitarbeiter sollen mit gefälschten Impfpässen gehandelt haben

Bild: Radio Bremen | Martin von Minden
  • Polizei ermittelt nach Informationen von buten un binnen gegen drei Beschäftigte der BSAG
  • Beschuldigte sollen an ihrem Arbeitsplatz mit gefälschten Impfpässen gehandelt haben
  • Für 120 Euro sollen sie ein gefälschtes Dokument Kollegen angeboten haben

Drei Mitarbeitende der Bremer Straßenbahn AG sollen an ihrem Arbeitsplatz mit gefälschten Impfpässen gehandelt haben. Die Polizei Bremen bestätigte, dass sie Ermittlungen wegen der Verbreitung und des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse aufgenommen hat.

Die Beschuldigten sollen einen regen Handel mit gefälschten Impfpässen betrieben haben. Nach Informationen der Rechercheredaktion von buten un binnen wurden die Fälschungen zum Stückpreis von 120 Euro auch Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen der BSAG angeboten.

BSAG stellte selbst Strafanzeige

Die Polizei hat mittlerweile zwei der gefälschten Impfpässe beschlagnahmt und ermittelt nun, wer die angebotenen Impfpässe hergestellt hat. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch eine Strafanzeige der BSAG selbst.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht jetzt erst einmal: Wer hat welchen Tatbeitrag geleistet? Wer hat angekauft? Wer hat eventuell hergestellt? Wer hat verkauft? Das wird noch dauern, bis wir das aufgeschlüsselt haben.

Polizeisprecher Nils Matthiesen
Nils Matthiesen, Pressesprecher der Polizei Bremen

Ein Unternehmenssprecher bestätigte auf Nachfrage, dass es bei Überprüfungen, ob Mitarbeitende geimpft sind, zu Auffälligkeiten gekommen ist. Da die Betroffenen in Gesprächen mit ihren Vorgesetzten den Verdacht von Fälschungen nicht hätten ausräumen können, habe die BSAG-Führung sich an die Polizei gewandt. Mehr Informationen zu den Vorfällen könne man derzeit wegen der angelaufenen strafrechtlichen Ermittlungen nicht geben. Alle Beschuldigten wurden von ihren Aufgaben im Unternehmen freigestellt.

"Hier geht es um den An- und Verkauf von gefälschten Impfausweisen"

Bild: Radio Bremen

Vorwurf kann mit bis zu fünf Jahren bestraft werden

Die Zahl der Delikte rund um gefälschte Impfpässe ist in Bremen zuletzt stark angestiegen. "Mitte November hatten wir einen niedrigen zweistelligen Bereich an Strafanzeigen in diesem Bereich, Stand heute sind wir bei 195 Strafanzeigen", sagte Polizeisprecher Nils Matthiesen. In besonders schweren Fällen des sogenannten unbefugten Ausstellens von Gesundheitszeugnissen ist eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren möglich. Dies ist dann der Fall, wenn die Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handeln. Ob dies auch auf die beschuldigten BSAG-Mitarbeitenden zutrifft, müssen die Ermittler nun klären.

Rückblick: Mehr Anzeigen wegen gefälschter Impfausweise

Bild: Radio Bremen

Autor

  • Andreas Neumann Redakteur

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. Januar 2022, 19:30 Uhr