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27 Verletzte im Bremerhavener Klimahaus – das sind die Fakten

Rettungseinsatz nach Attacke im Bremerhavener Klimahaus
Bild: Radio Bremen
  • Bei einem Angriff im Klimahaus gab es mehrere Verletzte
  • Eine 15-Jährige wurde mittlerweile als mutmaßliche Täterin ermittelt
  • Sie hatte offenbar Tier-Abwehrspray versprüht

Mutmaßlich hat eine 15-Jährige in der Ausstellung des Bremerhavener Klimahauses am Montag atemwegsreizendes Tier-Abwehrspray versprüht. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot an Personal und Rettungsfahrzeugen im Einsatz. Zum Zeitpunkt der Attacke waren laut Klimahaus 300 bis 500 Menschen in der Ausstellung, darunter Schulklassen, Touristen und Familien.

Wie viele Menschen sind bei dem Angriff verletzt worden?
Die Einsatzkräfte haben noch vor Ort 57 Menschen betreut, die von dem Stoff getroffen wurden. Sieben Menschen kamen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus, 20 weitere fuhren zur Abklärung dorthin. 30 weitere erfasste Personen mussten nicht ins Krankenhaus. Unter den Verletzten sind Erwachsene, Jugendliche, Kinder und zwei Klimahaus-Beschäftigte.
Was ist das für ein Mittel, das versprüht wurde?
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei handelt es sich um ein Tier-Abwehrspray, das nach dem Kontakt bei Betroffenen Atemnot, Reizhusten und Augenbrennen auslöst. Die Polizei war zuerst davon ausgegangen, dass es sich bei dem Mittel um Reizgas handelt, das ähnliche Symptome auslöst. Später hatte sie dann einen Behälter eines Tier-Abwehrsprays gefunden.
Was ist über die mutmaßliche Täterin bekannt?
Nicht viel. Laut Polizei wurde eine 15-Jährige ermittelt, die nun als mutmaßliche Täterin gilt. Gegen sie wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Das Mädchen gehörte zu einer Schulklasse, die das Klimahaus besucht hatte. Darüber, wie und warum die 15-Jährige die Attacke mutmaßlich verübt hat, hat die Polizei noch nichts gesagt. Auch darüber, woher sie kommt, ist öffentlich nichts bekannt – die Polizei sagte nur, aus Bremerhaven komme das Mädchen nicht.
War es ein gezielter Angriff oder ein Versehen?
Das ist noch nicht klar. Die Polizei geht nach dem derzeitigen Ermittlungsstand davon aus, dass die mutmaßliche Täterin das Spray von außen in das Klimahaus hineingebracht und dort versprüht haben muss. Die Sprühdose hat die Polizei gefunden. Wo genau – ob im Klimahaus oder in seiner Umgebung – wurde nicht mitgeteilt. Ein technischer Defekt kann aber wohl ausgeschlossen werden. Dafür gebe es derzeit keine Anhaltspunkte, sagte eine Sprecherin der Feuerwehr.
Wie lief der Großeinsatz ab?
Die Einsatzkräfte rückten an, nachdem Klimahaus-Mitarbeiter den Feueralarm ausgelöst hatten. Das Gebäude wurde daraufhin weiträumig evakuiert und zahlreiche Besucher in einem Bereich vor dem Klimahaus mit Wärmedecken versorgt. Obwohl mehrere Schulklassen im Gebäude waren und durch den Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen viele Touristen da waren, waren zum Zeitpunkt der Attacke laut einem Klimahaus-Sprecher mit 300 bis 500 Menschen eher wenig Menschen in dem Gebäude. Das Klimahaus war nach der Attacke geschlossen, ab Dienstag will es wieder wie gewohnt öffnen.

7 Verletzte nach Reizgas-Attacke im Klimahaus Bremerhaven in Klinik

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 28. Juni 2022, 6:12 Uhr