Neue Hinweise zu Bremerhavener Frauen-Morden nach "Aktenzeichen XY"

Ein Mann im Anzug steht in einem Fernsehstudio an einem Tisch.
Bild: DPA | Sina Schuldt
  • Polizei bittet Öffentlichkeit im TV um Hilfe in 30 Jahre alten Mordfällen
  • Zwei Bremerhavener Prostituierte waren erdrosselt worden
  • Nach Ausstrahlung gingen 40 Hinweise ein

Mit zwei ungelösten Mordfällen an Bremerhavener Prostituierten in den frühen 1990er Jahren ist die Polizei am Mittwochabend erneut an die Öffentlichkeit gegangen. In der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY … ungelöst" riefen die Ermittler nach 2019 noch einmal dazu auf, Hinweise zu den Geschehnissen zu geben. Die ermittelnde Polizeiinspektion Cuxhaven zeigte dazu Gegenstände, die mit den Taten im Zusammenhang stehen, sogenannte Tatmittel. Noch am Abend der Sendung meldeten sich zahlreiche Zuschauer.

Mehrere Gegenstände liegen neben Zollstöcken auf weißen Untergrund.
Die Polizei bittet um Hinweise zu diesen mit den Taten in Verbindung stehenden Gegenständen: Nylonseil, Real-Plastiktüte, Leukoplast-Pflaster und Kabelbinder. Bild: Polizeiinspektion Cuxhaven

Bis zum Mittag nach der Ausstrahlung gingen 40 Hinweise zu den Mordfällen ein. Viele davon beziehen sich laut Polizei allgemein auf die Tatmittel. Außerdem wurde von Mordfällen berichtet, die mit diesen in Verbindung stehen könnten. Wenige Hinweise beziehen sich konkret auf Personen. Die Hinweise sollen nun zeitnah bewertet und überprüft werden.

Polizei hofft weiter auf entscheidende Hinweise

Vanessa Wardelmann (1992) und Anja Witt (1993)
Vanessa Wardelmann (links) und Anja Witt aus Bremerhaven wurden Anfang der 1990er-Jahre Opfer von Tötungsdelikten. Bild: Polizeiinspektion Cuxhaven

Die beiden jungen Frauen Vanessa Wardelmann und Anja Witt arbeiteten als Prostituierte auf dem Straßenstrich in Bremerhaven. Beide wurden in den Jahren 1992 und 1993 erdrosselt. Die Mordfälle sind bis heute ungeklärt und die Beamten weiterhin auf der Suche nach Personen, die zwischen 1990 und 1995 in dem Milieu unterwegs waren. Insbesondere sucht die Polizei nach Freiern mit speziellen, grenzüberschreitenden sexuellen Wünschen, zum Beispiel Würgen, Fesseln oder Knebeln. Die DNA des Täters liegt den Ermittlern vor.

Eine Verbindung zum Drogenmilieu hält die Polizei für unwahrscheinlich. Sie geht eher von einem Serientäter aus, der nicht unbedingt aus der Region kommen muss und auch für andere Tötungsdelikte in Frage kommen könnte. Wie schon 2019 haben die Bremerhavener Mordfälle laut Polizei ein großes Medieninteresse geweckt. Die Beamten hoffen nun, dass sie entscheidende Hinweise bekommen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 13. Januar 2021, 23:30 Uhr