Bremerhavener Forscher empfehlen kompletten Fangstopp für Aale

Zwei Hände halten kleine Aale.
Bild: DPA | Bernd Wüstneck
  • Untersuchung zeigt stetigen Rückgang der Aalbestände an europäischen Küsten
  • Laut Internationalem Rat für Meeresforschung kann nur Verbot zu Erholung führen
  • Bremerhavener Thünen-Institut an Expertengruppe beteiligt

Der Internationale Rat für Meeresforschung (IECS) empfiehlt die Aalfischerei komplett einzustellen. Eine Expertengruppe, zu der auch Forscher des Bremerhavener Thünen-Instituts für Fischereiökologie gehören, hat die Entwicklung der Aalbestände untersucht. Das Ergebnis: Die Bestände an den europäischen Küsten sind in den letzten 40 Jahren stetig zurückgegangen. Die Weltnaturschutzunion IUCN listet den europäischen Aal auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohter Arten.

Nur ein Fangverbot könne langfristig zur Erholung der Aalbestände führen, so die Forscher. Mit Veröffentlichung der Fangempfehlungen für 2022 hat sich der IECS erstmalig klar für eine vollständige Schließung der Aalfischerei ausgesprochen. Die Empfehlung stützt sich vor allem auf das anhaltend sehr geringe Aufkommen von Jungfischen.

"Bewegt sich das Jungfischaufkommen über einen längeren Zeitraum auf geringem Niveau, ist das ein Zeichen für eine nicht ausreichende Zahl an Elterntieren oder für ungünstige Umweltbedingungen", so der Leiter des Thünen-Instituts, Reinhold Hanel. Bei einer weiteren Abnahme der Zahl an Elterntieren werde eine Erholung des Bestandes immer unwahrscheinlicher. Bindend ist die Empfehlung des IECS für die Länder allerdings nicht.

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Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau, 10. November 2021, 12 Uhr