Gestrandete Seeleute reisen nach 16 Monaten aus Bremerhaven ab

Mehrere Perosnen posieren für ein Gruppenfoto.
Vor der Abreise posieren die fünf Seeleute mit Mitarbeitenden der Seemannsmission in Bremerhaven für ein Abschiedsfoto. Bild: Seemannshotel Portside
  • Seeleute aus Kiribati saßen monatelang in Bremerhaven fest
  • Strikte Corona-Auflagen verhinderten Heimreise in den Südpazifik
  • Nun folgt Quarantäne in Hamburg vor endgültiger Abreise

Nach 16 Monaten fernab ihrer Familien durften fünf Seeleute aus dem südpazifischen Inselstaat Kiribati am Mittwoch endlich die erste Etappe ihrer Heimreise antreten. Sie hatten über Monate im Bremerhavener Seemannshotel "Portside" sehnsüchtig darauf gewartet, ihre Verwandten wiederzusehen. Doch wegen strikter Corona-Einreise-Auflagen ihres Landes mussten schon zwei Rückfahrt-Termine kurzfristig abgesagt worden. Nun seien sie zunächst nach Hamburg aufgebrochen, sagte eine "Portside"-Mitarbeiterin der Nachrichtenagentur epd.

In Hamburg sollen sie acht Tage in Quarantäne gehen, am 20. Januar ist dann der Flug zunächst auf die Fidschi-Inseln geplant. Von dort soll es auf die letzte Etappe nach Kiribati gehen.

In den zurückliegenden Monaten mussten sie immer wieder mit enttäuschten Erwartungen umgehen, das war zermürbend. Sie mussten sich immer wieder hoch arbeiten.

Christine Freytag, Bremerhavener Seemannsdiakonin

Ausflüge und Videoanrufe zum Zeitvertreib

Mehrere Personen stehen mit Gepäck auf einem Bürgersteig.
Nach 16 Monaten in Bremerhaven ist die erste Etappe der Heimreise gestartet. Bild: Seemannshotel Portside

In den zurückliegenden Monaten haben sich die Haupt- und Ehrenamtlichen der Bremerhavener Seemannsmission kontinuierlich um die jungen Männer gekümmert, Aktionen und Ausflüge für sie organisiert. Die Seeleute revanchierten sich, indem sie im Seemannsheim anpackten. Video-Telefonate mit den Familien konnten das Heimweh nur wenig lindern. Jetzt seien sie verhalten optimistisch, was die Rückreise angehe, sagte Freytag. "Alle sind noch im Dezember geboostert worden und haben damit einen guten Impfschutz."

Rückreise über Hochrisikogebiet

Trotzdem ist die Rückreise mit Unwägbarkeiten verbunden, denn auch auf dem Weg kann niemand eine Corona-Infektion gänzlich ausschließen. Dazu kommt die Ungewissheit, ob es von Fidschi aus gleich weitergehen kann. Die Inselgruppe im Südwestpazifik wird vom Robert Koch Institut als Hochrisikogebiet gelistet, die 7-Tage-Inzidenz liegt über 300. Im vergangenen Jahr waren rund 50 Seeleute aus Kiribati in Hamburg gestrandet. Auf dem Heimweg hatte es dann Mitte April in der letzten Zwischenstation Fidschi einen Corona-Ausbruch gegeben, so dass Kiribati die Grenzen schloss und die Seeleute dort hängen blieben. Im November durften sie dann endgültig nach Hause.

Rückblick: Warum fünf Seeleute seit Monaten in Bremerhaven festsitzen

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Januar 2022, 19:30 Uhr