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Bremerhaven stellt System zur Kontaktverfolgung wegen Überlastung um

Ein Containment-Scout sitzt am Schreibtisch (Symbolbild)
Bild: DPA | Ira Schaible

Bremerhaven informiert positiv auf Corona Geteste nur noch per SMS oder E-Mail. Auch die Kontaktverfolgung läuft nun digital. Der Grund: Die Fallzahlen sind zu hoch.

Die Vielzahl an Corona-Fällen stellen Städte und Gemeinde vor große Herausforderungen. Jede positiv getestete Person muss über Testergebnis und Quarantäneauflagen informiert und zu Kontakten befragt werden. Personell stoßen die Kommunen an ihre Grenzen. Auch in Bremerhaven können sogenannte Containment-Scouts dies telefonisch nun nicht mehr leisten. Daher setzt die Seestadt ab sofort auf den digitalen Weg – per SMS oder E-Mail.

Eine Hand hält ein Smartphone mit Text darauf vor einem Bürotisch.
Künftig werden Corona-Infizierte in Bremerhaven digital informiert. Bild: Radio Bremen
Wie funktioniert das neue System in Bremerhaven?
Nach einem positiven PCR-Test erreicht die infizierte Person, statt eines persönlichen Anrufs, nun eine SMS oder E-Mail mit den entsprechenden Informationen über das positive Testergebnis und die Quarantänepflicht. Außerdem werden Betroffene aufgefordert, Formulare mit persönlichen Daten und den eigenen Kontakten auszufüllen, die dann dem Gesundheitsamt übermittelt werden. Dazu muss ein Link zu einer externen Webseite aufgerufen werden.
Welche Vorteile hat dieser digitale Weg?
Die Arbeit wird ausgelagert und der Prozess von einem externen Dienstleister abgewickelt. Beauftragt ist damit die Softwarefirma Climedo aus München. Es gibt noch andere solcher Service-Anbieter auf dem Markt – aber mit dieser Firma arbeitet die Stadt schon länger zusammen.
Die ersten Nachrichten wurden bereits verschickt – wie sind die Erfahrungen?
Seit Dienstag Abend hat die Stadt auf diese digitale Datenerhebung umgestellt – rund 1.000 SMS und E-Mails wurden laut einem Magistratssprecher bereits verschickt. Um die 90 Prozent der Nachrichten entfallen dabei bisher auf SMS. So ganz rund lief es aber offenbar nicht immer.

Einige der Angeschriebenen waren offenbar irritiert und vermuteten Spam hinter den Nachrichten – zumal sie aufgefordert wurden, einen Link anzuklicken. Der Sprecher betont jedoch, das habe seine Richtigkeit und sei für die Stadt die einzige Möglichkeit, die hohe Zahl an Betroffenen kurzfristig zu erreichen. Das Bremer Gesundheitsamt informiert positiv Getestete bereits seit Mitte Dezember nicht mehr telefonisch, sondern per Post.

Kontaktverfolgung: Gesundheitsamt ruft Neuinfizierte meist nicht an

Bild: Imago | Panthermedia

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Mittag, 28. Januar 2022, 13:10 Uhr