Infografik

Riensberger Rekord-Riese: Bremens Mammutbaum wird Nationalerbe-Baum

Nordamerikanischer Riesenmammutbaum in Riensberg wird Nationalerbe

Bild: Radio Bremen

Er ist Bremens größter Baum und wird irgendwann mal so hoch sein wie der Dom. Jetzt ist der Baum-Koloss offiziell Nationalerbe-Baum. Und ist ein Quell spannender Geschichten.

Schon sein Name ist beeindruckend: Sequoiadendron giganteum. Seine Maße sind es auch: 34 Meter Höhe, 7,60 Meter Stammumfang. Außerdem hat er 160 Jahre auf dem Buckel und ist damit ein Riesenbaby – denn Riesenmammutbäume wie er können 3.000 Jahre alt werden.

Luftaufnahme von Riesenmammutbaum auf dem Riensberger Friedhof.
Der Gigant ist – auch aus der Luft – nicht zu übersehen. Bild: Radio Bremen

Der Riesenmammutbaum auf dem Riensberger Friedhof beschützt eine Gruft und umliegende Gräber. Das imposante Naturdenkmal ist jetzt zum Nationalerbe-Baum ausgerufen worden. "Der Riesensequoia ist ein beeindruckendes Gehölz und wird deshalb als erster Baum Bremens in die Liste der langlebigsten Arten in Deutschland aufgenommen", so die Initiative Nationalerbe-Baum der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft. Sie setzt sich für die Förderung besonders wertvoller Bäume in Deutschland ein.

Bremens Riese ist ein US-Import

Größter Riesenammutbaum der Welt in den USA, vor dem Besucher stehen.
Atemberaubend: Der größte Riesenmammutbaum ist der "General Sherman Tree" in Kalifornien. Bild: DPA | Stefan Auth

Dabei stammt der Riesenmammutbau eigentlich aus Kalifornien. Zur Eröffnung des Friedhofes 1875 kam es einer Sensation gleich, als er in der Nähe des damaligen Haupteinganges gepflanzt wurde.

Wenige Jahre zuvor waren die ersten Exemplare dieser Baumart in Europa eingetroffen und lösten eine wahre Mammutbaum-Euphorie aus: Er durfte in keinem Park mehr fehlen.

Und auch nicht auf dem Riensberger Friedhof. Dabei ist das dortige Exemplar – verglichen mit anderen seiner Art – fast noch ein Zwerg. Riesenmammutbäume gehören zu den größten Bäumen der Welt. Das Stammvolumen der Riesenmammutbäume ist mit bis zu 1.500 Kubikmetern unübertroffen. Ihre maximale Höhe beträgt in der Heimat 95 Meter, der Stammumfang am Boden bis zu 33 Meter. Berühmtester Verwandter ist der Baum namens "General Sherman Tree" im Sequoia-Nationalpark in der kalifornischen Sierra Nevada.

Fakten zum Mammutbaum Quelle: K u r a t orium Nationalerbe-Bäume/ TU D r esden 7,60mca.34m Riesenmammutbäume bekommen sehr schnell einen sehr starken Stamm. Das Bremer Exemplar hat schon einen Umfang von 7,60 Metern. Der Baum wurde vor zehn Jahren um fünf Meter gekürzt, weil er durch den Wind Schieflage bekam. Er kann noch bis zu 95 Meter hoch werden. 1875 wurde ein junger Mammutbaum auf dem Friedhof gepflanzt. Er kann 3.000 Jahre alt werden. Mammutsamen sind Überlebenskünstler: Sie entlassen die Samen meist erst bei großer Hitze – wie bei Waldbränden. Riesenmammutbäume stammen aus Nordamerika. Sie sind immergrün. Der Riensberger Mammutbaum ist im Winter durch die dann kahlen Laubbäume drumherum ein besonderer Hingucker.
Bild: Radio Bremen

Genügsame Riesen wachsen (fast) überall

Riesenmammutbäume wachsen eigentlich überall gut, allein Staunässe mögen sie nicht. Laut Baumexperte Professor Andreas Roloff von der TU Dresden könnte der Bremer Mammutbaum noch eine lange und spannende Zukunft vor sich haben: "Er hat gute Chancen, mindestens 500 bist 1.000 Jahre alt zu werden, auch 3.000 Jahre sind nicht ausgeschlossen."

Der Baumbiologe bedauert, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern viel weniger alte Bäume besitzt: "Das hat mit der deutschen Gründlichkeit und Vorsicht zu tun. Hier wird viel zu schnell gesägt", so Roloff.

Deshalb ist er mit der Dendrologischen Gesellschaft auf der Suche nach besonders alten Exemplaren. 100 Nationalerbe-Bäume sollen es einmal werden – ob Linde, Eiche oder eben Riesenmammutbaum.

Nicht der einzige Mammutbaum seiner Art

Riesenmammutbaum auf dem Riensberger Friedhof.
Der Riensberger Mammutbaum ist nicht der einzige seine Art in Bremen. Bild: Andreas Roloff

In Bremen selbst gibt es auch noch andere Riesenmammutbäume, zum Beispiel in Knoops Park. Aber keiner kommt an den Kaventsmann auf dem Riensberger Friedhof heran.

Dabei musste dieser vor zehn Jahren rund fünf Meter seiner imposanten Höhe einbüßen – seine Nadeln boten zu viel Angriffsfläche im Wind. Selbst gekürzt ist er noch ganz schön schief. Doch aufgrund seiner tiefreichenden Wurzeln und seines Stammvolumens droht keine Gefahr, dass er kippen könnte.

Ein mächtiger Bursche, der als Nationalerbe-Baum jetzt in ganz Deutschland berühmt und vielleicht auch noch im Jahre 4800 über Bremens Gräber wachen wird.

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Autorin

  • Anke Kültür

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. Februar 2022, 19:30 Uhr