3 Dinge, die die Bremer Weihnachtsgeschichte so besonders machen

"Nee, deine Mudder bin ich nicht" – Weihnachtsgeschichte auf bremisch

Video vom 18. November 2021
Szene der Bremer Weihnachtsgeschichte, aufgeführt im Spiegelzelttheater
Bild: Theaterschiff Bremen
Bild: Theaterschiff Bremen

Den geizigen Miesepeter Scrooge von Charles Dickens kennt jeder. Warum er in der Bremer Theater-Version des Klassikers nicht vorkommt - und doch nicht fehlt.

Kein Weihnachten ohne die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Im Spiegelzelttheater vor dem Übersee-Museum gibt es dieses Jahr eine spezielle Bremer Variante, die ab sofort unter 2G-Regeln bis zum 9. Januar läuft – mit Ausnahme von Silvester. So sehr sie sich auch am Original orientiert, so anders ist die Inszenierung dann doch. Angesiedelt ist die adaptierte Geschichte im Bremen um das Jahr 1805.

1 Bremer Geschäftsmann Knickerbüdel

Szene der Bremer Weihnachtsgeschichte, aufgeführt im Spiegelzelttheater
Ein Unsympath durch und durch: Eggert "Scrooge" Knickerbüdel. Bild: Theaterschiff Bremen

Der kaltherzige, böse Weihnachtshasser Ebenezer Scrooge ist die zentrale Figur des Originals. In der Bremer Version heißt der Kaufmann Eggert Knickerbüdel, was auf Plattdeutsch "Geizhals" bedeutet. Gespielt wird der von Marcus Rudolph, den viele auch als Bremen-Eins-Moderator kennen. "Ich bin ein geiziger, sehr verhärmter, harter, sehr unsympathischer Mann", beschreibt der Schauspieler seine Rolle. Er schmunzelt und fügt lachend ein "So man sieht!" hinzu. Wie im Original wird der schlechtgelaunte Geschäftsmann während des Stücks geläutert.

Deshalb ist es kein ganz schlimmer Spoiler wenn ich verrrate: Er bessert sich!

Marcus Rudolph

Für Rudolph fühlt sich die Premiere schon buchstäblich "wie Weihnachten" an. Letztes Jahr kam einen Tag vor der Generalprobe der Lockdown.

2 Bremer Weihnachtsengel

Szene der Bremer Weihnachtsgeschichte, aufgeführt im Spiegelzelttheater
Schräg, skuril, durchgeknallt: Drei Engel für Bremen. Bild: Theaterschiff Bremen

Statt Weihnachtsgeister spielen hier drei skurrile Weihnachtsengel den Gegenpart zum Bösewicht. Und bringen – tanzend und singend – viel Schwung in die Geschichte. Sie haben teilweise eine ganz intensive Beziehung zu der Stadt und Region. Sie liegen Regisseurin Martina Flügge besonders am Herzen und bringen aus Ihrer Sicht eine ganz besondere, bremisch-humoristische Note in das Weihnachtsabenteuer. Statt nur schmückendes Beiwerk zu sein, rücken sie regelrecht in den Mittelpunkt: "Diese Engel haben hier alle noch ihre ganz eigene Geschichte."

3 Bremer Flair durch und durch

Das Bremer Spiegelzelttheater von außen. Eine Personen-Schlange steht vor der Tür.
Das Spiegelzelttheater wurde eigens am Bahnhof aufgebaut. Bild: Radio Bremen

Keine Szene in der Weihnachtsgeschichte, die nicht Bremer Anspielungen enthält. So ist die Engelsbehörde in Schwachhausen, es gibt ein St. Petri Waisenhaus, Knickerbüdel wickelt seine Geschäfte an der Schlachte und im Schnoor ab und Engel Victorias Lieblingsnaschwerk ist Babbeler. "Es kommt auch Plattdeutsch drin vor", sagt Marcus Rudolph, was aber der Verständlichkeit keinen Abbruch tut für Publikum, das kein Platt spricht.

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Autorinnen

  • Sophie Labitzke
  • Eva Linke Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 18.November 2021, 19:30 Uhr