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Veganer Schnuppermonat: Wie Bremen seine Ernährung umstellt

Bild: Radio Bremen

Wie ist es eigentlich, vegan zu leben? Die "Veganuary"-Challenge fordert im immer Januar dazu auf, das auszuprobieren. Wer in Bremen mitmacht und was das bringt.

Susanne Fleischmann ernährt sich seit 40 Jahren vegetarisch. "Ich bin aber noch zu faul, mich rein vegan zu ernähren, da eine ausgewogene pflanzliche Ernährung durchaus sorgfältiger Planung bedarf. Aber ein Monat scheint machbar", sagt sie. Fleischmann arbeitet im Klimaschutzmanagement der Bremischen Evangelischen Kirche, die sich derzeit an der Aktion "Veganuary" beteiligt.

Die Kampagne "Veganuary" – unterstützt von Organisationen wie Greenpeace oder Prominenten wie Eckart von Hirschhausen – fordert seit 2014 jedes Jahr Verbraucherinnen und Verbraucher dazu auf, im Januar vegan zu leben. Und unterstützt dabei, die vegane Ernährungs- und Lebensweise einfach mal auszuprobieren.

Veganuary: Die Kirche und Werder machen mit

Diverse Gemüsesorten wie Rosenkohl, Karotten und Zwiebeln auf einem Tisch.
Kichererbsen und Co. sind für viele Veganer mehr als nur reiner Fleischersatz. Bild: Radio Bremen

2022 hat die evangelische Kirche Bremen in einer Arbeitsgruppe mit der Norddeutschen Mission und ihren Mitgliedskirchen ein eigenes Veganuary-Programm entwickelt, um möglichst vielen Menschen den Wechsel zu einer pflanzlichen Ernährung zu erleichtern. Mit Informationen über gesundheitliche Aspekte, virtuellen Vegan-Kochevents und Diskussionen wollen sie Bremerinnen und Bremern das Thema nahe bringen.

"Vegane Ernährung ist die klimafreundlichste Ernährungsweise und als Klimaschutzmanagerin der Bremischen Evangelische Kirche war ich sofort begeistert von dieser Idee", so Fleischmann. "Außerdem ist gut geplante vegane Ernährung auch ausgesprochen gesund", sagt Susanne Fleischmann. Nicht zu vergessen sei die ethische Komponente, da keine Tiere getötet werden.

Auch Werder Bremen engagiert sich beim Veganuary. "In diesem Jahr unterstützen Niklas Schmidt, Margarita Gideon und Rieke Dieckmann, die sich alle drei ausschließlich vegan ernähren, die Aktion", sagt der Medienbeauftragte des Vereins, Norman Ibenthal. Schon vergangenes Jahr war der Sportverein mit an Bord. Und belässt es nicht nur bei Aktionismus zum Jahresstart.

"Unser Verein bietet den Spielerinnen und Spielern auch über das Jahr hinweg immer wieder Ernährungsschulungen und Kochkurse an, auch mit vegetarischer und veganer Ernährung. Unserer Profi-Mannschaft werden zudem täglich auch fleischlose Mahlzeiten angeboten", sagt Ibenthal.

Immer mehr Menschen ernähren sich vegan

Neben der Kirche und Werder setzen sich noch weitere Vereine und Menschen für ganzjährigen Veganismus in Bremen ein. Darunter Franziska Jedding, die den veganen Stadtführer "Bremen liebt Grünzeug" betreibt. Auf ihrem Instagram-Kanal und auf ihrer Website zeigt sie, wie einfach es ist, sich in Bremen vegan zu ernähren und welche Vielfalt die Ernährungsweise bietet.

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Immer mehr Menschen ernähren sich vegan und vegetarisch. Im Jahr 2021 hat sich der Anteil an vegetarisch und vegan lebenden Personen sogar auf zwei Prozent verdoppelt. Das geht aus dem Ernährungsreport 2021 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hervor.

Warum auch "nur" ein veganer Monat sinnvoll ist

Die Harvard University hat 2020 die Wirkung berechnet, die allein der vegane Januar bis dahin seit 2014 erzielt hat. Der Effekt: Es wurden über sechs Millionen Liter Wasser gespart. Und hätte es den Veganuary all die Jahre nicht gegeben, hätten demnach drei Millionen Tiere mehr ihr Leben gelassen. Nach Schätzungen der gemeinnützige Organisation Veganuary und der Veganalyser-App der Vegan Society UK sollen allein durch den veganen Januar im Jahr 2021 rund zwei Millionen Tierleben verschont geblieben sein.

Vagen, was du an einem Tag sparst Liter Waser 20 VEGANspart am Tag… 3.785 9 2,7 ein kg CO² m 2 Regenwald Tierleben kg Getreide
Bild: Radio Bremen

Was mit einem veganen Schnuppermonat beginnt, mündet oft in dauerhaft fleichreduzierten oder gar fleischloser Ernährung: Viele Teilnehmende beschließen, auch über den Januar hinaus vegan zu bleiben. Laut einer Umfrage von Veganuary ernährten sich noch sechs Monate nach der Challenge 82 Prozent der Teilnehmenden mit weniger tierischen Produkte als vorher, 30 Prozent blieben vegan.

Zahlreiche Studien belegen, dass eine pflanzliche Lebensweise besser für das Klima ist. Ein Ökologe der Oxford-Universität hat 2019 zum Beispiel berechnet, dass vegan lebende Menchen durch ihre Ernährung jährlich zwei Tonnen Treibhausgase einsparen, darunter 670 Kilogramm CO2.

Wer Sorgen hat, veganes Essen sei kompliziert zu kochen: Hier zwei Beispiele zum Ausprobieren.

Pasta mit Pilz-Feigen-Soße

Zutaten

Pasta
250 g Pilze (Champignons, Kräuterseitlinge)
400 ml Kokossahne
2 frische oder 3 getrocknete Feigen
frische Petersilie
1 Zwiebel
1 kleines Stück Ingwer
1 Knoblauchzehe
Olivenöl
passende Gewürze: Pfeffer, Salz, Piment, Kakao, Zimt, Kardamon, Muskat, Fenchel

Kochanleitung

1. Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Feigen schneiden.
2. Alles einer Pfanne gemeinsam mit Gewürzen in Olivenöl leicht andünsten.
3. Pasta wie gewohnt kochen.
4. Pilze hinzugeben und anbraten, bis sie leicht bräunlich werden.
5. Kokossahne hinzufügen und alles aufkochen lassen.
6. Pasta und Soße vermengen und mit Petersilie garnieren.

Veganer Möhrenkuchen

Zutaten

Teig:
250 g Möhren
125 g vegane Butter
50 g Ahornsirup oder Agavendicksaft
Prise Salz
Prise gemahlene Vanille oder Vanillezucker
2 Leinsamen-Eier (2 EL gemahlene Leinsamen + 6 EL warmes Wasser 10 Minuten quellen lassen)
1 TL Zimt
100 g gemahlene und gehackte Mandeln
125 g Mehl
1 TL Apfelessig
1 TL Backpulver
0,5 TL Natron

Topping-Creme:
250 g vegane Creme Fraiche
50 g Puderzucker
Spritzer Zitrone
gemahlene Vanille
gehackte Mandeln
etwas Sahnesteif

Kochanleitung

1. Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Kastenform einfetten.
2. Karotten schälen und klein reiben.
3. Die weiche Butter mit Ahornsirup, Salz und Vanille aufschlagen. Mit Karotten und Leinsamen-Eiern vermengen.
4. Mehl, Backpulver, Zimt, gemahlene Mandeln, Essig und Natron hinzufügen.
5. Teig in die Backform geben und 35-40 Minuten backen. Danach abkühlen lassen.
6. Alle Zutaten für die Creme vermengen und auf Kuchen streichen. Mit gehackten Mandeln und Vanille dekorieren.

Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. Januar 2022, 19:30 Uhr