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Dank Tankrabatt: Wird der Sprit in Bremen ab heute wirklich günstiger?

Ein Pkw wird an einer Tankstelle betankt (Archivbild)
Bild: DPA | Christophe Gateau
  • Heute sinkt in Deutschland die Spritsteuer
  • Preissenkung wird sich wohl erst später bemerkbar machen
  • Trotzdem Ansturm auf Tankstellen befürchtet

In Bremen und Bremerhaven sinken ab heute die Steuern auf Kraftstoffe kräftig. Möglich macht das der von der Bundesregierung beschlossene Tankrabatt. Allerdings könnte so mancher Autofahrer von den neuen Spritpreisen enttäuscht werden. "Nicht alle großen Tankstellen werden gleich die vergünstigten Preise haben", sagte Nils Linge, Sprecher des ADAC Weser-Ems. 

Erst einmal müssen alle großen Tanks leergemacht werden, bis der steuerbegünstigte Kraftstoff hineinkommt.

Nils Linge, Sprecher des ADAC Weser-Ems
Was hat es mit dem Sinken der Spritsteuer auf sich?
Die Steuerbelastung auf Kraftstoffe sinkt ab Mittwoch um 35,2 Cent pro Liter bei Superbenzin und um 16,7 Cent pro Liter bei Diesel. Beide Werte sind inklusive Mehrwertsteuer und aus europarechtlichen Gründen die auf diesem Wege maximal mögliche Absenkung. Die Steuersenkung gilt für drei Monate und soll die Autofahrer angesichts der extrem hohen Spritpreise entlasten. Das sei schon mal ein Anfang, resümiert ADAC-Sprecher Linge.
Ab wann macht sich die Steuersenkung an den Zapfsäulen bemerkbar?
Die Steuersenkung gilt für den Kauf des Sprits bei Raffinerie und Tanklagern. Selbst was am Dienstagabend geliefert wurde, beinhaltet also noch die normale höhere Steuer. Das stellt Tankstellen und Mineralölgesellschaften vor ein Dilemma, denn viele Kunden erwarten sofort sinkende Preise.

Im Ergebnis könnte es zu einem verzögerten Sinken des Preises kommen. Auch das Finanzministerium hatte am Montag noch einmal darauf hingewiesen, dass Tanken möglicherweise erst nach und nach billiger werden wird.
Wie wird der Preis an der Zapfsäule bestimmt?
Wie viel der Sprit an der Tankstelle kostet, bestimmen Tankstellenbetreiber und Mineralölkonzerne. Sie sind nicht zur Weitergabe der Steuersenkung verpflichtet. "Ob das wirklich Eins zu Eins an die Verbraucher zurückgeben wird, was wünschenswert wäre, muss man beobachten", sagte Lingen. Zuletzt stieg seit einigen Wochen der Preis für Superbenzin wieder an. Auch der Dieselpreis legte wieder zu. Der ADAC kritisiert beide als zu hoch.
Gibt es jetzt einen Ansturm an den Tankstellen?
Einige Autofahrer haben ihren Tank weitgehend leergefahren, um maximal von der Steuersenkung profitieren zu können. Ob das zu einem Ansturm auf die Tankstellen oder nur zu erhöhter Nachfrage führen wird, ist kaum vorhersehbar. "Wir erwarten Anfang Juni eine höhere Nachfrage, aber keinen "Run" auf die Tankstellen", heißt es beispielsweise von Aral. Bei Shell sieht man eine "erwartbar höhere Nachfrage".

Hingegen sagt Günter Friedl, Vizepräsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes in Bayern: "Es ist zu erkennen, dass viele Autofahrer momentan weniger tanken." Das zeige, dass viele auf die Steuersenkung warteten, um wieder richtig voll zu tanken. Friedl erwartet daher Leerstände an Tankstellen.

Die Kapazitäten werden nicht ausreichen, dass zum 1. Juni genug preiswerter Sprit da ist.

Günter Friedl, Vizepräsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes in Bayer
Wie günstig könnte der Sprit im besten Fall werden?
Super E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Montags 2,133 Euro pro Liter. Diesel schlug mit 2,029 Euro zu Buche. Bei einer vollständigen Weitergabe der Steuersenkung – und ohne weitere Preisschwankungen – ergäbe sich also ein Spritpreis von rund 1,86 Euro für Diesel und von rund 1,78 bei E10. Ob diese Werte erreicht werden, ist offen. Sowohl das Bundeskartellamt als auch der ADAC haben aber bereits angekündigt, die Entwicklung genau zu beobachten.

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Bild: DPA | Hendrik Schmidt

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Läuft, 31. Mai 2022, 10:55 Uhr