Nur knapp ein Drittel der Bremer Pflegekräfte wird nach Tarif bezahlt

Pflegeeinrichtungen im Land Bremen: Nur 36 Prozent zahlen nach Tarif

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  • Im Land Bremen zahlen nur 36 Prozent der Pflegeeinrichtungen tariflichen Lohn
  • Ab 1. September gilt jedoch ein neues Tarif-Gesetz
  • Von da an dürfen Pflegekassen nur mit tarifgebundenen Einrichtungen arbeiten

Lediglich 36 Prozent aller Pflegeeinrichtungen im Land Bremen bezahlen ihre Mitarbeitenden nach Tarif. Das hat eine Erhebung der AOK Bremen/Bremerhaven ergeben. Insgesamt zahlen demnach nur 98 stationäre Einrichtungen und ambulante Pflegedienste die entsprechenden Tariflöhne. Die erforderlichen Daten haben verschiedene Einrichtungen seit Oktober 2021 digital übermittelt.

Schon bald aber sollen Pflegekräfte – egal ob in ambulanten oder stationären Einrichtungen – bundesweit einheitlich mehr Geld bekommen. Es gehe darum, die Arbeitsplätze in der Altenpflege attraktiver zu machen, sagte Olaf Woggan vom Vorstand der AOK Bremen/Bremerhaven: "Ein Aspekt der Attraktivität von Arbeitsplätzen ist auch die Bezahlung."

Löhne sollen durch Tarifgesetz steigen

Wenn nach Tarif bezahlt werden würde, bekämen examinierte Pflegekräfte einen Stundensatz in Höhe von rund 20 Euro, so Woggan. Genau das soll ein neues Gesetz ab dem 1. September sicherstellen. Pflegekassen dürfen dann nur noch Versorgungsverträge mit Einrichtungen abschließen, die diesen Stundenlohn zahlen. Einrichtungen, die sich nicht daran halten, können künftig nicht mehr mit der Pflegeversicherung abrechnen. Solche Einrichtungen sind dann für die Krankenkassen ausgeschlossen. Die Prognose der AOK: "Die Betriebe werden sich alle in diese Richtung orientieren", so Woggan.

In Bremen und Bremerhaven betrifft das neue Gesetz rund 11.300 Menschen, die in der Altenpflege arbeiten. Etwa 85 Prozent von ihnen sind Frauen.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen um 6, 7. Februar 2022, 18 Uhr