Nach Lauterbach-Erklärung: Das sagt Bremen zu steigenden Corona-Zahlen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sitzt im Bundestag auf einem blauen Stuhl und fast sich in die Innentasche seines Sakkos.
Bild: DPA | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres
  • Nähe zu Dänemark und Niederlande für Bremer Behörde "lediglich eine mögliche Erklärung"
  • Aber Weihnachtsmarkt beliebtes Ausflugsziel für Niederländer
  • Bundesgesundheitsminister sieht geografische Nähe als einen Grund für Omikron-Ausbreitung

Das Gesundheitsressort in Bremen will die Erklärung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zum rasanten Anstieg an Corona-Neuinfektionen weder bestätigen noch ausschließen. Das teilte die Behörde auf Anfrage von buten un binnen mit. Der SPD-Politiker hatte die geografische Nähe zu den Ländern Dänemark und den Niederlanden als einen von mehreren Gründen genannt. Beide Länder kämpften mit der Omikron-Variante, die sich auch in Bremen und im ganzen Norden immer stärker und schneller ausbreitet.

Dass die Omikron-Variante wegen der hohen Infektiosität ein Faktor für die Zunahme der Corona-Fälle ist, hat die Behörde bestätigt. "Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte in den Stadtstaaten kann sich diese hoch ansteckende Virusvariante schneller verbreiten", heißt es aus dem Ressort. Das Ressort betont aber, dass es sich bei der Nähe zu den Nachbarländern "lediglich um eine mögliche Erklärung" handelt.

Weihnachtsmarkt Ziel für Besucher aus Nachbarländern

Ein möglicher Grund für Menschen aus angrenzenden Ländern nach Bremen zu reisen, könnte laut Behörde der Weihnachtsmarkt gewesen sein. In Niedersachsen hatten die Märkte größtenteils schon Anfang Dezember geschlossen; der Bremer Weihnachtsmarkt war als einer von wenigen in der Region durchgehend geöffnet und "ist erfahrungsgemäß ein beliebtes Ausflugsziel für niederländische Besucher:innen in der Vorweihnachtszeit", so das Ressort weiter.

Zudem seien Dänemark und die Niederlande beliebte Urlaubsziele der nördlichen Bundesländer. "Es ist durchaus möglich, dass sich Omikron dadurch in Bremen und Hamburg besonders früh ausgebreitet hat."

Bremen mit höchstem Omikron-Anteil

Der am Donnerstag veröffentlichte Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hat unterdessen bestätigt, dass die Omikron-Variante für den rasanten Anstieg an Corona-Fällen in Bremen verantwortlich ist. In dem Bericht fasst das RKI die per Sequenzierung und die aufgrund von PCR-Tests ermittelten Verdachtsfälle zusammen. Demnach hat sich der Omikron-Anteil an den Neuinfektionen in Bremen binnen einer Woche auf 64,7 Prozent verdreifacht. Zum Vergleich: Kurz vor Weihnachten lag die Quote noch bei 21 Prozent. Am gestrigen Donnerstag meldete die Behörde insgesamt 666 neue Corona-Fälle für das Land Bremen.

Mit dem Omikron-Anteil von mehr als 60 Prozent liegt Bremen statistisch deutlich vor allen anderen Bundesländern. So stieg der Anteil in Hamburg seit kurz vor Weihnachten von 12,4 Prozent auf jetzt 41,2 Prozent. In Schleswig-Holstein ist er laut RKI von 4,0 auf 38,6 Prozent hochgeschnellt. Auch in Niedersachsen verfünffachte er sich im selben Zeitraum auf 22,5 Prozent – das ist die vierthöchste Quote in Deutschland.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 31. Dezember 2021, 12 Uhr