Darum halten Bremer Verbände Habecks Energiesparpläne für unfair

Eine Hand dreht am Heizungsdreheregler.

Habeck verkündet neues Paket zum Energiesparen

Bild: DPA | empics | Steve Parsons
  • Bundeswirtschaftsminister erwägt mehr Homeoffice, damit Firmen Energie sparen
  • Arbeitnehmerkammer und Verbraucherschutzzentrale sehen das kritisch
  • Sie befürchten, dass Beschäftigte auf den zusätzlichen Kosten sitzen bleiben

Ein Teil der Energiesparpläne von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im Zuge der aktuellen Gas-Krise stoßen bei Bremer Verbraucherschutz-Verbänden auf Kritik. Das gilt insbesondere für ein verstärktes Arbeiten im Homeoffice. Auf diesem Weg sollen Unternehmen Energie sparen. "Die Energiebilanz ist dann eine positive, wenn in den Büros nicht geheizt wird und daheim Räume genutzt werden, die sowieso geheizt werden", so das Argument vom Habeck.

Sowohl die Arbeitnehmerkammer als auch die Verbraucherschutzzentrale in Bremen sehen das allerdings anders. Sie befürchten, dass die Beschäftigten auf dann entstehende zusätzliche Kosten für Energie – beispielsweise Gas und Strom – sitzen bleiben.

Finanzieller Ausgleich für Beschäftigte gefordert

Beide Organisationen verweisen auf die Erfahrungen aus der Corona-Zeit: "Der Verbrauch wird steigen, weil wieder mehr gekocht wird, öfter die Beleuchtung genutzt wird oder eben auch durch PC und Co", heißt es von der Verbraucherzentrale. Zudem werde wieder tagsüber mehr geheizt. Ähnlich äußert sich die Arbeitnehmerkammer.

Wenn Beschäftigte jetzt wieder verstärkt ins Homeoffice sollen, um gesamtgesellschaftlich Energie einzusparen, dürfen sie nicht auf den zusätzlichen Heiz- und Stromkosten sitzenbleiben.

Nathalie Sander, Sprecherin der Bremer Arbeitnehmerkammer

Beide Organisationen fordern einen finanziellen Ausgleich für Beschäftigte, die aus Energiespargründen aus dem Unternehmen ins Homeoffice wechseln sollen. Die derzeit noch geltende Homeoffice-Pauschale sei nicht ausreichend, weil sie viele Beschäftigte nicht erreiche, warnt die Arbeitnehmerkammer. "Ohne zeitnahe direkte Zuschüsse für Beschäftigte im Homeoffice wird es nicht gehen."

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Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 21. Juli 2022, 19 Uhr