Bremer Hannah-Arendt-Preis geht an ukrainischen Schriftsteller

Serhij Zhadan

Hannah-Arendt-Preis geht an einen ukrainischen Schriftsteller

Bild: DPA | Philipp Kuchler
  • Jury würdigt Preisträger Zhadan als großen Erzähler
  • Stadt Bremen und Heinrich-Böll-Stiftung verleihen den Preis
  • Zhadan erhält 10.000 Euro Preisgeld

Für seine Einblicke in die ukrainische Gesellschaft erhält der Schriftsteller, Dichter und Musiker Serhij Zhadan den diesjährigen Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken. Die Jury würdigte ihn als großen Erzähler, der die Tradition der mitteleuropäischen Literatur fortführe und revolutioniere, wie der Senat am Donnerstag in Bremen mitteilte.

Wie er über das Überleben im Krieg von 2014 erzähle, stehe einzigartig in der jüngeren europäischen Literatur. Leserinnen und Leser erführen, wie aus einer durch Krieg und Not traumatisierten Masse immer wieder solidarische Energie heranwachse.

Preis wird im Bremer Rathaus verliehen

Der Preis wird von der Stadt Bremen und der Heinrich-Böll-Stiftung vergeben, er ist mit 10.000 Euro dotiert. Benannt ist die Auszeichnung nach der Totalitarismus-Forscherin Hannah Arendt (1906-1975). Er wird an Menschen verliehen, die mit einer "mutigen Intervention" an die Öffentlichkeit gehen. Der Preis wird Zhadan am 2. Dezember im Bremer Rathaus überreicht.

Der 47 Jahre alte Schriftsteller beschreibt laut Jury die ukrainische Welt nicht nur, er helfe, sie zu verstehen – "in all ihrem Chaos, ihrem Leid, ihrer Menschlichkeit". Zhadan sorge sich um die Gesellschaft, indem er tatkräftig dazu beitrage, dass die Menschen im "russischen Angriffskrieg den Mut nicht verlieren".

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 14. Juli 2022, 16 Uhr