Sexueller Missbrauchsvorwurf gegen ehemaligen Bremer Domprediger

Sexueller Missbrauchsvorwurf gegen ehemaligen Bremer Domprediger

Bild: Imago | Panthermedia
  • Missbrauchsvorwürfe gegen ehemaligen Bremer Prediger.
  • Beschuldigter ist bereits vor 30 Jahren verstorben.
  • St.-Petri-Domgemeinde will den Fall nun aufarbeiten.

Einem ehemaligen Bremer Domprediger wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. "Uns ist bislang ein Fall bekannt", bestätigte Sabina Hatscher, die Sprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK), gegenüber buten un binnen am Montagnachmittag. Dieser Fall werde in engem Kontakt mit der betroffenen Person, die sich an die Kirche gewandt habe, und mit Unterstützung einer externen Beratung aufgearbeitet. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über den Fall berichtet.

Der beschuldigte Theologe wirkte seit 1958 im Amt des Dompredigers und verstarb in den 1990er-Jahren. Eine juristische Aufarbeitung sei so nicht mehr möglich, so Hatscher. Die Kirche stehe mit dem Betroffenen aber weiterhin im Kontakt. Der Fall wurde individuell aufgearbeitet, auch von einer externen Stelle. Das solle noch im Laufe des Jahres geschehen.

Der Fall im Interview mit der evangelischen Kirche

Bild: Radio Bremen

Schutzkonzept in der St.-Petri-Domgemeinde

Die betroffene St.-Petri-Domgemeinde in der Innenstadt habe laut Hatscher ein Schutzkonzept für die Gemeindearbeit in Auftrag geben. "Ein Ethik-Kodex wurde entwickelt, der von allen Mitarbeitenden unterzeichnet werden muss. Ein institutionelles Schutzkonzept, Präventionsschulungen und weitere Maßnahmen werden fortlaufend weiterentwickelt", so die Kirchensprecherin. Der Kirche sei es "sehr wichtig", solche Vorfälle von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch in der Bremischen Evangelischen Kirche in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen aufzuarbeiten.

Im Rahmen einer von der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beauftragten Studie, soll der Bremer Fall in einer Tiefenanalyse untersucht werden.

Mögliche Anerkennungsleistungen für Betroffene

Die betroffene Person hat laut Jutta Schmidt, der Beauftragten der bremischen Kirche für das Thema sexualisierte Gewalt, "Anerkennungsleistungen" bei einer unabhängigen Kommission beantragt. Nach der Prüfung des Falls, wird die Person "wahrscheinlich eine solche Leistung erhalten", so Schmidt.

Falls es weitere Betroffene in Bremen geben sollte, könnten diese sich an Jutta Schmidt wenden. Auch andere Ansprechstellen sind möglich. Die Kirche möchte auch in solchen Fällen ansprechbar sein und einen Beitrag zur Aufarbeitung erbringen: "Die Kirche will an der Seite der Betroffenen sein", betonte Schmidt.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. Februar 2022, 19:30 Uhr