Senat hat entschieden: Land Bremen wird kein Corona-Hotspot

Nach Hotspot-Entscheidung: Claudia Bernhard mahnt zur Vorsicht

Bild: Radio Bremen
  • Vorschlag von Gesundheitssenatorin Bernhard setzt sich nicht durch.
  • Bremer Linke kritisiert Entscheidung des Senats.
  • Sozialdemokraten fehlte die rechtliche Grundlage.

In Bremen wird es vorerst keine Hotspot-Regelung geben. Das ist das Ergebnis der heutigen Beratung im Senat, wie der Sprecher des Senats gegenüber buten un binnen bestätigt hat. Somit muss im Bremer Einzelhandel künftig weiterhin keine Maske mehr getragen werden.

Die Debatte im Senat sei sehr konstruktiv verlaufen, sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). Man habe die Aus- und Belastung in den Krankenhäusern mit den juristischen Möglichkeiten zur Einführung eines Hotspots abgewogen. Das Ergebnis sei, dass nun das Infektionsgeschehen sehr genau beobachtet werde. Schließlich sei die Pandemie nicht vorbei. Man dürfe das nicht auf die leichte Schulter nehmen und sollte weiter Maske tragen.

Wir haben die Situation, sie ist, wie sie ist. Nehmt es bitte nicht so leicht. Wir sind hier bislang gut durchgekommen – das soll auch so bleiben.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke)

In den vergangenen Tagen hatte Bernhard zusammen mit den Grünen die Hotspot-Regelung gefordert, was weiterhin die Maskenpflicht im Einzelhandel erlaubt hätte. Die Linken zeigten sich enttäuscht über die Ablehnung des Vorschlags. "Wir bedauern, dass der Senat sich dagegen entschieden hat, Bremen zum Corona-Hotspot zu erklären", sagte die Bremer Linken-Chefin Anna Fischer. Sie hob hervor, dass nur mit der Hotspot-Regelung wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen wie Supermärkten und dem Einzelhandel hätte erhoben werden können.

Krankenhausgesellschaft warnt vor Überlastung

Nach Ansicht von Fischers Co-Chef Christoph Spehr wäre eine Maskenpflicht angemessen. "Bremen gehört aktuell zu den Bundesländern mit hoher Inzidenz und die Bremer Kliniken gehen auf eine weitere Überlastung zu", so Fischer.

Auch der Geschäftsführer der Bremer Krankenhausgesellschaft, Uwe Zimmer, hätte eine Hotspot-Regelung befürwortet. Die Krankenhäuser seien an der Grenze zur Überlastung, betonte er.

FDP fordert Eigenverantwortung

Die FDP begrüßt dagegen den Verzicht. Deren gesundheitspolitischer Sprecher Magnus Buhlert erklärte, die Situation mit Omikron sei eine ganz andere als mit Delta. Die Leute müssten sich jetzt eigenverantwortlich schützen.

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Autorin

  • Carola Schwirblat

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 5. April 2022, 13 Uhr